Durchgängiges Application Lifecycle Management

Software-Entwicklung auf die Geschäftsabläufe abstimmen

10. Oktober 2007
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Durch länderübergreifende Geschäftsprozesse und neue Technologien steigen auch die Anforderungen an die Entwicklung neuer Software. Jedoch schlägt immer noch eine große Zahl an IT-Entwicklungsprojekten fehl. Die meisten Fehler passieren schon zu Beginn eines Projekts, nämlich bei der Definition der Anforderungen an eine Software. Abhilfe schafft ein durchgängiges und an Unternehmensabläufen orientiertes Application Lifecycle Management (ALM).
Qualität der Software-Entwicklung.
Qualität der Software-Entwicklung.

Inzwischen werden 35 Prozent aller Software-Entwicklungsprojekte erfolgreich abgeschlossen, was bedeutet, dass Zeit- und Budgetvorgaben eingehalten und die Anforderungen der Anwender erfüllt werden. Doch immer noch sind 19 Prozent der ProjekteProjekte ein totaler Fehlschlag und stolze 46 Prozent sprengen den vorgesehenen Zeit- und Budgetrahmen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Version des seit 1994 alle zwei Jahre neu aufgelegten Chaos-Report der Standish Group. Verglichen mit den Zahlen aus der ersten Erhebung - wo fast ein Drittel aller Projekte als gescheitert eingestuft wurde - dokumentieren die aktuellen Ergebnisse zwar einen Fortschritt. Doch ist die Fehlerquote nach Ansicht der Marktforscher immer noch viel zu hoch. Die Untersuchung ist repräsentativ, denn innerhalb von 12 Jahren wurden über 40.000 Software-Projekte untersucht. Alles zu Projekte auf CIO.de

Anforderungen spezifizieren, Rückschläge vermeiden

Die meisten Fehler bei der Software-Entwicklung - nämlich rund 70 Prozent - entstehen schon in der Requirements-Phase. Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch das Projekt und werden entweder kurz vor dem Roll-Out in Akzeptanz- und Usability-Tests gefunden oder erst nach dem Roll-Out. Der hierdurch verursachte wirtschaftliche Schaden ist enorm, wie das National Institute of Standards and Technology in seiner 2002 veröffentlichten Studie "The Economic Impacts of Inadequate Infrastructure for Software Testing" herausfand. Nach Schätzungen des NIST belaufen sich in den USA die Kosten für die Beseitigung von Bugs und schweren Fehlern auf rund 59 Milliarden US-Dollar.

Allein durch verbesserte Software-Tests ließen sich rund 22 Milliarden US-Dollar einsparen. Dem Institut zufolge helfen dabei vor allem Werkzeuge für anforderungsbasiertes Testen (RBT). RBT-Werkzeuge ermöglichen eine strukturierte Software-Entwicklung und unterstützen Testfälle, die nach dem Ursache-Wirkungs-Prinzip gestaltet sind.

Eine aktuelle Befragung des auf ALM-Produkte spezialisierten Software-Herstellers Borland unter weltweit 300 Kunden zeigt jedoch, dass schlechte Anforderungs-Definitionen immer noch die größte Herausforderung bei der Software-Entwicklung darstellen. Das sagten 44 Prozent der Befragten. Mehr als die Hälfte beklagten überdies eine fehlende Verknüpfung und Koordination der Prozesse bei Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen. 48 Prozent räumen deshalb der Prozess-Optimierung in den nächsten zwölf Monaten eine hohe Priorität ein.

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