Teurer Konzernumbau

Sony mit hohem Verlust

14. Mai 2014
Die Wende bei Sony lässt weiter auf sich warten. Trotz aller Sanierungsversuche steckt der traditionsreiche Elektronik-Konzern tief in den roten Zahlen fest. Im Geschäft mit Fernsehgeräten verliert Sony nun schon seit einem Jahrzehnt Geld.

Sony kann die Verluste nicht stoppen: Der japanische Elektronikriese ist im vergangenen Geschäftsjahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Auch für das gerade angebrochene Finanzjahr kündigte Sony bereits den nächsten Verlust an. Der Druck auf den als Sanierer angetretenen Konzernchef Kazuo Hirai steigt.

In dem Ende März abgeschlossenen vergangenen Geschäftsjahr erreichte der Verlust 128 Milliarden Yen (911 Mio Euro), wie Sony am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahr hatte es noch einen Gewinn von 41,5 Milliarden Yen gegeben - allerdings nur dank dem Verkauf von Immobilien und Beteiligungen. Für das laufende Jahr rechnet Sony immerhin mit einem geringeren Minus von 50 Milliarden Yen (356 Mio Euro). Aber es wird es sechste Verlust in sieben Jahren sein.

Zuletzt war es der Konzernumbau, der Sony die tiefroten Zahlen bescherte. Hirai hatte im Februar den Verkauf der PC-Sparte bekanntgegeben, um Sony profitabler zu machen. Die Trennung kostet zunächst Geld: Insgesamt bezifferte Sony die Belastungen auf 91,7 Milliarden Yen (gut 650 Mio Euro).

Der Umsatz stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 14,3 Prozent auf 7,77 Billionen Yen (55,3 Mrd Euro). Den Ausschlag gaben der günstigere Wechselkurs des Yen, der Start der neuen Spielekonsole Playstation 4 und bessere Smartphone-Verkäufe. Im laufenden Jahr soll der Umsatz um 0,4 Prozent zulegen. Sony rechnet mit dem Absatz von 50 Millionen SmartphonesSmartphones, 16 Millionen Fernsehgeräten und 17 Millionen Spielekonsolen. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Auch im vergangenen Geschäftsjahr gelang es Hirai nicht, das Geschäft mit Unterhaltungselektronik aus den roten Zahlen zu bringen. Während der Umsatz um fast 30 Prozent gesteigert wurde, gab es einen operativen Verlust von 25,7 Milliarden Yen (183 Mio Euro). Das war immerhin eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Minus von knapp 70 Milliarden Yen im Vorjahr. Im laufenden Jahr hofft Sony, teurere große Fernseher loszuwerden. Die Sparte steckt nunmehr seit einem Jahrzehnt in der Verlustzone fest.

Als Stütze hat sich dagegen neben der Finanzsparte auch fest das Entertainment-Geschäft etabliert. Mit Musik und Filmen verdiente Sony operativ jeweils gut 50 Milliarden Yen. Der Spielebereich wurde unter anderem von den Kosten des Marktstarts der neuen Playstation in die roten Zahlen gedrückt. Hirai versucht seit 2012, die Wende bei Sony herbeizuführen. Im Zuge von Sparprogrammen strich er tausende Jobs. (dpa/rs)

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