Hoher Jahresverlust

Sony stößt PC-Geschäft ab und baut 5.000 Jobs ab

06. Februar 2014
Sony-Chef Kazuo Hirai zieht die Notbremse und stößt das PC-Geschäft ab. Der radikale Schritt soll den Elektronik-Riesen auf lange Sicht profitabler machen. Zunächst verhagelt der Umbau jedoch die Bilanz und sorgt für einen hohen Jahresverlust.

Der Elektronik-Riese Sony greift zu drastischen Schritten, um seine Verluste zu stoppen. Der japanische Konzern stößt das PC-Geschäft ab und will 5.000 Jobs abbauen. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Sony nun statt des erhofften Gewinns rote Zahlen von 110 Milliarden Yen (gut 800 Millionen Euro). Die seit Jahren verlustreiche Fernseher-Sparte wird in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert.

Das PC-Geschäft mit der Marke Vaio soll an den Tokioter Investmentfonds Japan Industrial Partners gehen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Der PC-Markt ist auf einer rasanten Talfahrt, weil die Kunden lieber SmartphonesSmartphones und TabletsTablets kaufen. Allein im vergangenen Jahr schrumpfte der branchenweite Absatz der Notebooks und Desktop-Rechner um zehn Prozent. Alles zu Smartphones auf CIO.de Alles zu Tablets auf CIO.de

Konzernchef Kazuo Hirai war bei Sony als Sanierer angetreten und steht unter Druck, schneller das Steuer bei dem Traditionskonzern herumzureißen. Das größte Problem ist das Geschäft mit TV-Geräten, in dem Sony seit Jahren in großem Stil Geld verliert. Die zum Juli geplante Abspaltung in eine eigene Gesellschaft wirft die Frage auf, ob Hirai nicht mit dem Gedanken spielt, diesen Kernbereich auch abzustoßen.

Sony betonte am Donnerstag die bisherigen Fortschritte in der Fernsehgeräte-Sparte. Zwar werde wegen der Abschwächung des Geschäfts in Schwellenländern das Ziel verfehlt, sie in die schwarzen Zahlen zu bringen. Der Verlust werde im laufenden Geschäftsjahr aber auf rund 25 Milliarden Yen (gut 180 Millionen Euro) gedrückt. In den Jahren davor seien es jeweils 147,5 und knapp 70 Milliarden Yen gewesen.

Sony hoffte zuletzt noch auf einen Konzerngewinn von 30 Milliarden Yen in dem bis Ende März laufenden Geschäftsjahr. In den ersten neun Monaten gab es dank des schwachen Yen einen Nettogewinn von 11,2 Milliarden Yen. Jetzt werden die Kosten des Umbaus aber die Bilanz verhageln. Bei dem Stellenabbau sollen 1.500 Jobs in Japan und 3.500 im Ausland wegfallen.

Die aktuellen Quartalszahlen machen klar, wo die Probleme liegen. Die Geräte-Sparte mit Smartphones, Tablets und PCs verlor 12,6 Milliarden Yen (92 Mio Euro). Im Geschäft mit Unterhaltungselektronik gab es trotz roter Zahlen bei Fernsehern einen operativen Gewinn von 6,4 Milliarden Yen. Die Spiele-Sparte ging mit dem Start der neuen Konsole Playstation 4 durch die Decke und verdiente 18 Milliarden Yen.

Zugleich erwies sich das Entertainment-Geschäft abermals als wichtiger Stützpfeiler. Das Filmstudio erwirtschaftete dank Hits wie "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2" einen operativen Gewinn von 24,3 Milliarden Yen, und der Musikbereich brachte 21,7 Milliarden Yen ein. Der US-Investor Daniel Loeb drängt Sony derzeit dazu, den Entertainment-Bereich an die Börse zu bringen und das Geld in die Sanierung der Elektronik-Sparte zu stecken. Mit der Abspaltung des Fernsehgeräte-Geschäfts könnte Sony jedoch umgekehrt den Plan verfolgen, sich auf Unterhaltung zu konzentrieren. (dpa/rs)

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