Springer-Chef Döpfner

Sorgloser Umgang mit Daten kann Freiheit kosten

05. Juni 2014
Springer-Chef Mathias Döpfner sieht die Freiheit der Bürger infolge der Preisgabe vieler persönlicher Daten bedroht.

Er sei sich sicher, dass die Bürger in den USA in den nächsten fünf bis sieben Jahren eine viel kritischere Haltung zur Verwendung ihrer Daten entwickelten - viel radikaler als Europäer, sagte der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer dem "Handelsblatt".

Der NSA-Skandal sei ein Wendepunkt in der Wahrnehmung gewesen, sagte Döpfner der Zeitung. "Und wenn viele Menschen sagen, das betrifft mich nicht, dann liegt das daran, dass einige globale Sektormonopole ihnen einen verführerischen Deal angeboten haben: Ich kaufe mir mit der scheinbaren Kostenlosigkeit meiner Dienste deine Seele. Und deine Seele heißt: deine Daten, dein Verhalten", erklärte der Medienmanager. "Und ich kann deine Daten monetarisieren und dein Verhalten manipulieren. Es ist eine gefühlte Kostenlosigkeit, die am Ende einen viel höheren Preis erfordert: die Freiheit."

Döpfner betonte mit Blick auf den Branchen-Giganten GoogleGoogle: "Es liegt im Interesse aller, ein langfristig stabiles Ökosystem des digitalen Wettbewerbs zu haben." Weiter sagte er: "Unser Baustein ist das Wort, die Information, der Gedanke. Das Greifbare der alten Medienindustrie wird immer unwichtiger. 75 Prozent unseres Anzeigenumsatzes und 67 Prozent unseres operativen Gewinns entstehen mit digitalen Geschäften. Die Struktur hat sich dramatisch verändert." (dpa/rs) Alles zu Google auf CIO.de

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