Business Intelligence auf MySQL-Basis

Speicher-Chip verschiebt die Grenzen

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Bislang eignet sich MySQL nur unzureichend als Data Warehouse für größere Datenmengen. Nun will der Start-Up Kickfire aus Kalifornien beweisen, dass Business Intelligence (BI) mit MySQL besser funktionieren kann als bisher angenommen.

Das von computerworld.com zitierte Analysten-Urteil ist ziemlich vernichtend. "Wenn man sehr viel Zeit übrig hat, kann man sich mit MySQL herumärgern", so James Kobielus von Forrester. Leider sei das Open-Source-Datenbankverwaltungssystem für BI eben nicht optimiert. Gut, für aufstrebende Kleinunternehmen mag dieses harte Verdikt nicht gelten. Tatsächlich diene ein Viertel der 12 Millionen MySQL-Installationen als Data Warehouse für BI und Analytics von Firmen, so computerworld.com. Aber derzeit stößt MySQL eben rasch an Leistungsgrenzen.

Nun schickt sich indes eine Firma aus Kalifornien an, diese Grenze zu verschieben. Mit einer MySQL-basierten Anwendung, bestehend aus einem Lizenz-Speicherchip und Software-Technologie, will Kickfire den BI-Markt erobern. Das Geheimnis ist der selbst entwickelte Chip, der Speicherplatz im Terabyte-Bereich bietet. Eines von vielen Beispielen, dass technologischer Fortschritt fest gefügte Wahrheiten zum Einsturz bringen kann. MySQL und BI geht eben doch zusammen. Das demonstriert Kickfire, wenngleich die Kunden für diesen Beweis noch beträchtliche Summen hinblättern müssen. 1 Terabyte kostet 32000 US-Dollar. Das ist der doppelte Preis verglichen mit den üblichen Server-Kosten im MySQL-Bereich, wie Kickfire selbst einräumt.

Analyst schätzt Vielfalt im Kickfire-Paket

Die Frage ist mithin, wann sich der Aufwand lohnt. Computerworld.com nennt als Beispiel ein Web-Start-Up, das MySQL zur Analyse seiner Klickzahlen einsetzt. Mit herkömmlicher Technologie, einem 300 GB Data Warehouse, dauerte es vier Stunden, 1 GB Daten ins Warehouse zu laden. Mit der Technologie von Kickfire ist dies nun in weniger als einer Stunde erledigt, insgesamt laufen Datenbank-Abfragen jetzt 20mal schneller ab als bisher. Letztlich handelt es sich um eine interessante Neuerung in einem hart umkämpften Marktumfeld. So schätzt Forrester-Analyst Kobielus zwar die Vielfalt im Paket von Kickfire. Dennoch würden wohl viele Anwender abwinken - getreu dem Motto: "Es gibt viele Möglichkeiten, einer Katze das Fell abzuziehen."

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus
Zur Startseite