Steria Mummert: Bald Konferenzen via Handy und 3D-Brille

Spontan-Kino mit Geschäftspartnern

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Dringender Gesprächsbedarf in Business-Fragen? Kein Problem: 3D-Brille aufgesetzt, Smartphone zur Hand, und eine spontane Video-Konferenz kann beginnen. Rolf Loschek von Steria Mummert hält das nicht für eine Utopie, sondern ein schon bald alltägliches Szenario.
Rolf Loschek: Der Telekommunikationsexperte von Steria Mummert ist von der dreidimensionalen Zukunft überzeugt.
Rolf Loschek: Der Telekommunikationsexperte von Steria Mummert ist von der dreidimensionalen Zukunft überzeugt.

3D-Brillen sind nach Ansicht der Berater von Steria Mummert Consulting die Zukunft der Telekommunikation, von der sich die Branche signifikante Wachstumsimpulse verspreche. Und zwar nicht in ferner, sondern in recht naher Zukunft. Bis 2015 würden 3D-Dienste Marktstandard sein, prognostiziert Rolf Loschek, Telekommunikationsexperte im Beratungshaus. Die offensichtlichsten Potenziale dafür liegen im Segment der privaten Konsumenten. „Aber Business-Lösungen liegen ebenfalls bereits in den Schubladen der Anbieter“, so Loschek.

Zum Durchbruch verhilft den Sehgeräten für die dritte Dimension nach Loscheks Einschätzung der Siegeszug von Internet und Apps für die neue Smartphone-Generation. Surfen via Handy in den Weiten des World Wide Web ist jederzeit und überall möglich. Das ungelöste Problem: Es funktioniert nur über ein winziges Display.

„3D-Brillen überbrücken das Problem der begrenzten Bildausgabe und beenden das Mäusekino“, so der Consultant. Statt Gläsern haben die User zwei kleinformatige LCD-Bildschirme vor Augen, was einen räumlichen Bildeffekt möglich macht. Vom Mobiltelefon kommen die visuellen Signale, der Sound wird auf Kopfhörer geleitet. Steria Mummert glaubt an den baldigen Erfolg dieser Technologie, auch weil sie die Handy-Akkus schone. Lösungen mit großen Displays seien hingegen Stromschlucker und deshalb auf dem Markt keine viel versprechende Alternative.

Auf den Consumer-Märkten beobachtet Loschek schon vielfältigste Impulse von Anbieterseite: Von der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika werden erstmals dreidimensionale Filmaufnahmen gemacht, im vergangenen Jahr wurden in etwa 100 deutschen Kinos Säle mit 3D-Effekt eröffnet, und die Computerspielbranche experimentiert ebenfalls mit der dritten Dimension.