SQL Server 2008 R2

Stammdaten-Management mit Microsofts Datenbank

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Mit dem nächsten Release seiner Datenbank SQL Server 2008 R2 liefert der Hersteller integrierte Dienste für die Stammdatenverwaltung.

Die "SQL Server 2008 R2 Master Data Services" zählen zu den wesentlichen Neuerungen im nächsten Release des SQL Servers. Letzterer wurde bisher unter dem Codenamen "Kilimanjaro" entwickelt und soll voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2009 zunächst als "Community Technology Preview", im ersten Halbjahr 2010 dann allgemein verfügbar sein (ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt sollen Dienste für Business Intelligence sein).

Die Technik für Stammdatenverwaltung hatte sich MicrosoftMicrosoft im Juni 2007 mit der Akquisition der Firma Stratature ins Haus geholt. Sie wurde zunächst intern unter dem Projektnamen "Bulldog" weiterentwickelt und schließlich für die Datenbank-Engine des SQL Servers angepasst. Noch vor kurzem hatte der Hersteller eine Bündelung der Dienste mit dem kommenden Release der Collaboration-Software Microsoft Office SharePoint geplant. Auf der "TechEd" im Mai verkündete Microsoft dann der Kurswechsel hin zur Datenbank (lesen Sie auch, was der Product Unit Manager Kirk Haselden von Microsoft zum Thema Master Data Management zu sagen hat). Alles zu Microsoft auf CIO.de

Universelle Stammdatenlösung und offenes API

Laut Marktbeobachtern verfolgt Microsoft einen generischen Ansatz, mit dem sich Stammdaten (Kunden, Produkte) unterschiedlicher Unternehmensanwendungen an zentraler Stelle aktuell, korrekt, ohne Duplikate und konsistent verwalten lassen - Aufgaben, die allerdings jedes ausgereifte System für Master Data Management erfüllen muss (einen Grundsatzartikel von Microsoft zu Master Data Management finden Sie hier).

Im Detail versprechen die SQL ServerServer 2008 R2 Master Data Services folgende Funktionen: Alles zu Server auf CIO.de

  • Ein Master Data Hub, über den sich Stammdaten und ihre Hierarchien verwalten lassen. Ein Rollen-basierendes Sicherheitsmodell soll den Zugriff detailliert steuern helfen.

  • Ein flexibles Datenmodell, das sich vom Administrator an die speziellen Anforderungen im Unternehmen anpassen lässt.

  • Anhand von Geschäftsregeln können Unternehmen die Aktualisierung von Stammdaten steuern.

  • Anwender können automatisiert per E-Mail über Verletzungen von Geschäftsregeln informiert werden.

  • Versionierung aller Datensätze und Hierarchien.

  • Hierarchieverwaltung über ein Drag-and-drop-Interface.

  • Granuläres Sicherheitsmodell und Verwaltung der Benutzerdaten über das Active Directory.

Der MDM Explorer ist die Benutzeroberfläche der neuen Stammdatendienste im SQL Server 2008 R2.
Der MDM Explorer ist die Benutzeroberfläche der neuen Stammdatendienste im SQL Server 2008 R2.
Foto: Microsoft PR

Laut Marktbeobachtern lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wie performant und skalierbar das neue Angebot wirklich ist. Klar scheint hingegen, dass Microsoft nicht alle Bausteine einer Stammdatenlösung selber bauen will, sondern beispielsweise Komponenten für das Datenqualitäts-Management über Partnern einbinden wird (mehr zur Produktentwicklung finden Sie im MDM-Forum des Herstellers) .

So besitze die Software laut Andy Hayler, Analyst von The Information Difference, eine sehr mächtige Programmierschnittstellen, mit der Drittanbieter zum Beispiel spezielle Industrielösungen auf der Basis SQL Server 2008 R2 Master Data Services entwickeln könnten. Für die technische Reife des Produkts spreche auch, dass über 200 Unternehmen an der Entwicklung des Community Technology Preview beteiligt waren - mehr als der Vorbesitzer Stratature jemals an Kunden gehabt hatte (mehr zum Thema Stammdaten in seinen Facetten finden Sie hier).

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Themen: Microsoft und Server

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