Weniger Outsourcing - Mehr Shared Service Center

Starker Trend zu IT-Zentralisierung

19. März 2009
Von Nicolas Zeitler
Die Bedeutung deutscher Firmenzentralen nimmt wieder zu. Vor allem IT- und Personal-Dienste bündeln die Unternehmen zunehmend in SSCs. Outsourcing findet insgesamt weniger statt, in manchen Bereichen dafür konsequenter.

Fast drei Viertel der Firmen in Deutschland zentralisieren wieder stärker. Das hat eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Roland Berger ergeben. Gegenüber 2005 hat sich ihr Anteil deutlich erhöht. Damals gaben bei derselben Frage zwei von drei Managern an, die Zeichen stünden auf Dezentralisierung. Mit dieser Entwicklung nimmt die Größe der Firmenzentralen im Vergleich zur Mitarbeiterzahl des ganzen Unternehmens zu.

Die Strategieberater von Roland Berger befragten für die Untersuchung "Corporate Headquarters 2008 - Struktur, Größe und Rolle der Unternehmenszentrale" 57 Firmen mit Sitz in der Bundesrepublik. Die Berater fragten zum einen nach der Ausgestaltung der Zentrale, ihrer Größe und Führungsstruktur. Außerdem wollten sie wissen, welche Rolle die Zentrale spielt und in welchem Umfang die Unternehmen auf Outsourcing und Shared Services setzen.

Shared Service Center (SSC) unterhält mittlerweile fast die Hälfte der Firmen, drei Jahre zuvor waren es 38 Prozent. Vor allem IT-und Personalaufgaben werden in SSC gebündelt. Nahezu drei von zehn Firmen haben in beiden Bereichen zentrale Einheiten gegründet. Bei der letzten Befragung drei Jahre früher waren es noch 24 beziehungsweise 21 Prozent.

Gesunken ist dagegen der Anteil der untersuchten Firmen, die Konzernfunktionen auslagern. 44 Prozent vergeben einen Teil dieser Aufgaben nach außen - gegenüber 53 Prozent im Jahr 2005. Juristische Aufgaben werden nach wie vor am häufigsten in fremde Hände gegeben. Jede vierte Firma tut das. An zweiter Stelle liegen Versicherungsdienste.