Asphalt-Projekt

Straßenbau von morgen vernetzt Baufahrzeuge

14.01.2013
Von Werner Beutnagel

Besonders im Falle der Fertiger, die den Asphalt auf die Fahrbahn auftragen, ist eine derart genaue Ortung sinnvoll, um zukünftig Arbeitsschritte effizienter gestalten und automatisieren zu können. Durch die Vernetzung der einzelnen Fahrzeuge - etwa Fertiger, Lieferwagen und Walzen - ist es außerdem möglich, Messwerte wie Temperatur und Dicke des Asphalts, die über Infrarot- oder Ultraschallsensoren an den entsprechenden Baumaschinen erhoben werden, einfach zu visualisieren und entsprechend in die Feinplanung einzubeziehen.

Auf GUIs der genutzten Embedded Systems, die teilweise mit Windows CE, teilweise mit der Mobaeigenen Lösung Viviverse operieren, können Fahrer von Walzen somit beispielsweise jederzeit erkennen, ob die Temperatur des Asphalts genügend hoch ist, um den Verdichtungsvorgang zu beginnen.Die Ortung via Egnos/Edas, die auf etwa 30 bis 40 Zentimeter genau ist, dient den Fahrern der Walzen außerdem dazu einzusehen, ob bestimmte Oberflächen hinreichend verdichtet wurden oder ob weitere Walzfahrten notwendig sind.

"Im Straßenbau werden zukünftig vermehrt Verfahren gefordert, die Qualität gewährleisten und gleichzeitig Mehrkosten verhindern", erklärt Projektleiter Marcus Watermann die Relevanz des Asphalt-Projekts. Die Qualitätssicherung soll hierbei durch die doppelte Speicherung relevanter Arbeitsdaten auf zentralen Servern sowie den IT-Systemen der Arbeitsmaschinen selbst ermöglicht werden und somit in einer lückenlosen Protokollierung resultieren. Eine plangenaue Materialnutzung soll darüber hinaus Mehrkosten verhindern.

Die Resonanz der am EU-geförderten Projekt beteiligten Bauarbeiter schätzt Watermann durchweg positiv ein, da der Nutzen der Geräte schnell ersichtlich geworden sei und sich die Bedienung einfach gestaltet habe. Allerdings verschweigt der Projektleiter nicht, dass auch die Diskussion von Datenschutzaspekten in die Arbeit am Konzept eingeflossen sei.

"Das Thema Überwachung und Aufzeichnung des Einbauprozesses ist dabei ein besonders zu beachtendes Feld: Um DatenschutzDatenschutz zu gewährleisten und die Bediener auf der einen Seite zu schützen, dem Auftraggeber aber alle relevanten Daten zur Verfügung zu stellen, muss in Verbindung mit allen Beteiligten ein geeigneter Mittelweg gefunden werden", erläutert Marcus Watermann. Obgleich das 2010 gestartete Projekt im Mai dieses Jahres beendet wurde, werden die entwickelten Technologien über kurz oder lang ihren Weg in den Markt finden. Alles zu Datenschutz auf CIO.de

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