Verdi lässt nicht locker

Streikpläne bei Amazon verlängert

29. Oktober 2014
An einigen Amazon-Standorten soll der Streik der Mitarbeiter weitergehen. Das Unternehmen verneint Nachteile für die Kunden. Die Gewerkschaft sieht das anders.

Mitarbeiter des Internet-Versandhändlers AmazonAmazon wollen ihren Streik ausweiten. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi haben die Beschäftigten am Standort Bad Hersfeld beschlossen, den Ausstand bis Samstagabend zu verlängern. Die Mitarbeiter des Logistikzentrums in Graben bei Augsburg und in Rheinberg (NRW) wollen bis Freitagabend im Streik bleiben. In Werne wird der Ausstand nicht fortgesetzt, in Leipzig fällt die Entscheidung erst am Donnerstag. Die Mitarbeiter des Versandhändlers sind bereits seit Montag im Streik. Nach Angaben von Verdi kommt es durch die Aktion zu Verzögerungen bei der Auslieferung an Kunden. "Wir haben richtig Wirkung erzielt. Es ist derzeit nicht möglich, heute zu bestellen und Morgen die Lieferung zu bekommen", sagte Verdi-Streikleiter Thomas Schneider in Leipzig. Alles zu Amazon auf CIO.de

Amazon erklärte, dass es keine Lieferverzögerungen gebe. Kunden erhielten ihre Ware pünktlich. "Wir nutzen unser Logistiknetzwerk in ganz Europa", sagte Unternehmenssprecherin Anette Nachbar. Verdi versucht seit mehr als einem Jahr, das Unternehmen mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Amazon sieht sich jedoch als Logistikunternehmen und lehnt das ab.

In Düsseldorf demonstrierten am Mittwochvormittag rund 200 Mitarbeiter der NRW-Standorte vor der Messe NeoCom, die Amazon-Geschäftsführer Ralf Kleber besuchte. Mitarbeiter aus Graben zogen am Mittag für eine Kundgebung vor die Amazon-Zentrale in München. Der Grabener Verdi-Streikleiter Thomas Gürlebeck erhob außerdem schwere Vorwürfe gegen Amazon. Ein Viertel der Mitarbeiter in Graben sei "langzeitkrank". Die Gewerkschaft führt das auf eine hohe Arbeitsbelastung zurück. Krankmeldungen würden zudem nachlässig bearbeitet und Mitarbeiter für unentschuldigtes Fehlen zu Unrecht abgemahnt. Amazon-Sprecherin Anette Nachbar wies die Vorwürfe zurück. Die gewissenhafte Buchung von Krankschreibungen spiele eine sehr wichtige Rolle im Unternehmen.

Amazon-Mitarbeiter streiken seit Montagmorgen an den fünf Standorten. Laut Verdi folgten auch am Mittwoch rund 2000 der bundesweit 9000 Beschäftigten dem Aufruf. Amazon zählte am Mittwoch etwa 1550 Streikende. Am Montag beteiligten sich nach Unternehmensangaben rund 1400 Mitarbeiter an dem Streik, am Dienstag seien es 1650 gewesen. (dpa/ph)

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