Fatale Selbsteinschätzung

Stress gilt als Statussymbol

22. Oktober 2009
Von Meridith Levinson und
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Unser ständiges gestresst sein macht krank. Ein amerikanischer Wissenschaftler fand nun heraus, dass sozialer und beruflicher Rang unseren Stress-Level beeinflussen.

Robert Sapolsky ist Neurobiologe an der kalifornischen Universität Stanford. 30 Jahre lang hat er StressStress und Krankheiten bei Pavianen untersucht, um mehr über den Menschen zu lernen. Alles was uns Stress bereitet wie Stau, Arbeit, Streit, ist sozial konstruiert. Das ist bei den Pavianen genauso. Alles zu Stress auf CIO.de

Einmal im Stress kommen wir nur schwerlich wieder zur Ruhe.
Einmal im Stress kommen wir nur schwerlich wieder zur Ruhe.
Foto: MEV Verlag GmbH

Bei Meridith Levinson von unserer amerikanischen Schwesterpublikation CIO.com schrillen die Alarmglocken, wenn sie sich mit Sapolskys Forschungen beschäftigt. Viel zu viele von uns nehmen das ständige gestresst sein einfach so hin. Nicht wir kontrollieren den Stress, der Stress kontrolliert uns: unser Verhalten, unsere Gefühle, unsere GesundheitGesundheit. Top-Firmen der Branche Gesundheit

Es gibt sogar Menschen, die den Stress wie eine Medaille begreifen. Sie denken, dass ihr Stress-Level gleichzeitig zeigt, wie wichtig und unentbehrlich sie am Arbeitsplatz sind.

Weil wir den chronischen Stress als ganz normal akzeptieren, ignorieren wir die Warnsignale unseres Körpers. Levinson zählt nur einige der gefährlichen Nebenwirkungen von chronischem Stress auf: Konzentrationsschwierigkeiten, ein geschwächtes Immunsystem und ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. An Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen und Impotenz kann man auch wegen Stress leiden.