Neues Betriebssystem wird kostenlos abgegeben

Sun will Solaris 10 mit Service refinanzieren

16. November 2004
Von Thomas Zeller
Sun Microsystems will mit einer neuen Version seines Betriebssystems Solaris den Markt für Unix-Systeme aufrollen. Solaris 10 soll kostenlos abgeben werden und nur über Umsätze im Service-Bereich refinanziert werden. "Wir definieren die Wirtschaftlichkeit der Lizenzierung von Betriebssystemen für die Industrie mit neuen Abo-Modellen und Dienstleistungen radikal neu", sagte Sun-Präsident Jonathan Schwarz in Santa Clara.

Je nach Bedarf soll der Kunde eine für das eigene Unternehmen maßgeschneiderte Lösung erhalten. Damit will sich Sun vor allem gegen die wachsende Konkurrenz von Microsofts Windows und des freien Betriebssystems Linux durchsetzen.

Solaris 10 sei wettbewerbsfähig gegenüber Linux und sicherer als das von Virenattacken geplagte Windows, hieß es. Das Angebot reicht von einer kostenlosen freien Nutzung bis hin zum Premium-Angebot mit sämtlichen Serviceleistungen inklusive telefonischer Betreuung rund um die Uhr. Für die Entwicklung des Betriebssystems hat Sun rund 500 Millionen Dollar ausgegeben. Die Software verfügt über mehr als 600 neue Funktionen.

Der US-Serverhersteller galt in seinem Segment lange als technologisch richtungweisend. Zuletzt hatte Sun im Geschäft mit Unternehmens-Servern jedoch wachsende Konkurrenz bekommen. So schrumpfte der Marktanteil der Betriebssysteme auf Unix-Basis nach Angaben von Gartner im zweiten Quartal von 38 auf 33,8 Prozent, während Windows von 33 auf 34,4 Prozent und Linux von 6,6 auf 9,5 Prozent zulegten.

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