Cognizant setzt auf billige Arbeit auf dem Subkontinent

T-Systems kann auf große Zahl an IT-Experten in Indien zugreifen

05. März 2008
Von Nicolas Zeitler
Die Zusammenarbeit mit Cognizant öffnet T-Systems den Zugang zu großen Offshore-Ressourcen. Der 1994 gegründete US-amerikanische IT-Dienstleister beschäftigt den Großteil seiner Angestellten in Indien.

Gegründet wurde Cognizant als Teil des Informationsdienstleisters Dun & Bradstreet. Seit 1998 ist das Unternehmen an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet. Die Hauptniederlassung liegt in Teaneck im Bundesstaat New Jersey. Die meisten der insgesamt 55.000 Cognizant-Mitarbeiter sind allerdings außerhalb der USA tätig. 27 Entwicklungszentren unterhält der IT-Dienstleister weltweit. Elf davon stehen in Indien, an den Standorten Chennai, Kalkutta, Pune und Bangalore.

80 Prozent seiner Umsätze erwirtschaftet Cognizant in Nordamerika, doch die Präsenz auf dem asiatischen Subkontinent ist so stark, dass das Unternehmen nicht selten zu den indischen IT-Dienstleistern gezählt wird. So listen etwa die Analysten von Gartner Cognizant unter den umsatzstärksten indien-zentrierten IT-Dienstleistern – neben Tata Consulting, Infosys, Wipro, Satyam und HCL Technologies. Diesen Firmen haben die Marktbeobachter unlängst deutlich steigende Marktanteile vorausgesagt. Zwischen 2001 und 2006 hätten die Unternehmen ihren Umsatz fast vervierfacht. Zwei der sechs sollen es laut Gartner bis 2010 weltweit unter die ersten zehn IT-Dienstleister schaffen.

Dass sich das Geschäft von Cognizant gut entwickelt, zeigen allein schon die Mitarbeiterzahlen. Innerhalb des Jahres 2006 stieg die Zahl der Mitarbeiter um 60 Prozent auf fast 39.000. Derzeit sind es rund 55.000. Und bis Jahresende beabsichtigt das Unternehmen, 75.000 Angestellte zu beschäftigen.

Der IT-Dienstleister betont seinen Ansatz des Offshore-Outsourcings "vierter Generation". Dabei gehe es um viel mehr als nur darum, durch die Auslagerung von Arbeit in Niedriglohnländer Kosten zu sparen, so das Unternehmen. Kennzeichnend hierfür ist demnach die "nahtlose Integration": Die Dienstleistung wird günstig in Indien erbracht, während Berater von Cognizant sich eng mit dem Auftraggeber abstimmen. Auf diese Weise seien sinnvolle Partnerschaften möglich. Der Kunde könne sich voll aufs Geschäft konzentrieren, während der IT-Dienstleister dafür die technologische Unterstützung liefert.

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