Ressourcen-Problem

Tägliche Backups belasten den Geschäftsbetrieb

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Datenmengen wachsen, die Rechner glühen, die Stromkosten explodieren - Speicher-Management zählt zu den drängendsten Aufgaben für einen CIO. Wie Studien des Storage-Experten Bridgehead-Software zeigen, ist den Entscheidern das auch klar. Sie sehen die Speicherindustrie in der Pflicht.

59 Prozent der Befragten bezeichnen die täglichen Backups als echte Belastung für den Geschäftsbetrieb. Kein Wunder, wie ein Blick auf den Zeitaufwand zeigt: Bei 37 Prozent der Studienteilnehmer dauert die Datensicherung neun Stunden pro Tag, bei 19 Prozent sogar mehr als zwölf Stunden.

Neun bis zwölf Stunden also, in denen System-, Speicher- und Netzkapazitäten gebunden sind.

Das Paradoxe daran: Fast die Hälfte der Daten werden gesammelt, aber nicht gebraucht. "61 Prozent der von uns befragten Unternehmen haben angegeben, dass zwischen 30 und 50 Prozent ihrer auf Primärspeichern wie zum Beispiel Festplatten vorgehaltenen Daten aller Wahrscheinlichkeit nach nie wieder angefasst werden", erklärt Ralf Süß, Geschäftsführer von Bridgehead-Software Deutschland.

60 Prozent der Entscheider würden gern energiesparende Speicher einsetzen, versichern sie. Dabei sieht eine große Mehrheit von 84 Prozent die Storage-Industrie in der Pflicht, bessere Produkte zu liefern.

Nach den Zahlen von Bridgehead-Software entfallen mittlerweile rund 1,2 Prozent des weltweiten Strombedarfs auf den IT-Sektor - das entspricht einer Leistung von etwa 18 Atomkraftwerken.

Bridgehead-Software hat im Rahmen des jährlichen Information Lifecycle Management Audits in den zwei "ILM-Studien 2008" insgesamt 620 britische und nordamerikanische Entscheider befragt.