IDC: Asus holt Marktanteile

Taiwan attackiert USA auf PC-Markt

03. August 2010
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Asus ist momentan der Aufsteiger auf dem wieder florierenden PC-Markt. Im der Region EMEA holt das Unternehmen gegenüber den Platzhirschen HP, Acer und Dell mächtig auf - nur das Geschäft mit den Netbooks bereitet dem Durchstarter Sorgen.
HP ist vorn - wie gewohnt. Aber von hinten kommt auf dem PC-Markt ordentlich Dampf in den Kessel.
HP ist vorn - wie gewohnt. Aber von hinten kommt auf dem PC-Markt ordentlich Dampf in den Kessel.

Rechner aus Taiwan sind derzeit der Renner im EMEA-Raum. Eine aktuelle IDC-Studie, die insgesamt von einem soliden Wachstum auf dem PC-Markt berichtet, weist Asus als den Aufsteiger unter den Anbietern auf. Das taiwanesische Unternehmen verdoppelte seine Verkäufe im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr beinahe und luchste den Branchenführern Marktanteile ab. Am besten widerstand dieser Offensive noch Acer, ebenfalls in Taiwan ansässig, während Hewlett-Packard (HPHP) und DellDell, die Giganten aus den USA, in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika deutlicher einbüßten. Alles zu Dell auf CIO.de Alles zu HP auf CIO.de

1,99 Millionen Rechner verkaufte Asus im vergangenen Vierteljahr in der Region EMEA laut IDC – 92,5 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2009. Der Marktanteil schnellte dadurch von 5,2 auf 8,3 Prozent empor. Das reichte, um in der regionalen Rangliste an Toshiba vorbei auf den vierten Platz zu klettern und die Tortenstücke der großen Drei anzuknabbern.

Branchenführer bleibt HP mit 20,3 Prozent, verlor aber relativ betrachtet. Im Vorjahr betrug der Marktanteil noch 21,2 Prozent. Acer blieb mit exakt 20 gegenüber 20,1 Prozent 2009 stabil und auf dem zweiten Rang. Dell als Nummer Drei büßte ebenfalls an Marktanteilen ein: 9,6 Prozent gegenüber 10,5 Prozent im Vorjahr.

Die Verluste gegenüber kleineren Wettbewerbern – auch Lenovo steigerte seine Verkäufe um 70 Prozent – dürften die großen Drei etwa leichter verschmerzen, weil die absoluten Verkaufszahlen wenig Grund zur Klage bieten. Der PC-Markt in EMEA hat sich kräftig erholt. Fast 24 Millionen verkaufte Rechner im zweiten Quartal im Vergleich zu 19,8 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum bedeuten ein Wachstum des Marktes um 21,1 Prozent.