Es gibt 4,6 Prozent mehr Geld

Tarifeinigung bei der Telekom

09. April 2014
Vier Tarifrunden und eine Nachtsitzung - dann war der Kompromiss perfekt. Arbeitgeber und Gewerkschaft haben sich im Tarifstreit bei der Deutschen Telekom schneller geeinigt als üblich.

Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom ist beigelegt und 72.000 Beschäftigte erhalten mehr Geld. Arbeitgeber und Gewerkschaft Verdi verständigten sich am Mittwoch nach einer nächtlichen Marathonsitzung auf eine Anhebung der Gehälter in zwei Schritten um insgesamt 4,6 Prozent. Mit dem Abschluss sei für die Beschäftigten der Sparte Telekom Deutschland mit Mobilfunk, Festnetz, Service, Technik und Konzernzentrale eine deutliche Reallohnsteigerung erzielt worden, erklärte Verdi-Bundesvorstand und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Lothar Schröder.

Telekom-Vorstandsmitglied Thomas Kremer, der zur Zeit auch für das Personalressort verantwortlich ist, sprach von einem "insgesamt unternehmerisch noch verkraftbaren Kompromiss". Der Abschluss berücksichtige die Steigerung der Lebenshaltungskosten und erkenne die Leistungen der Beschäftigten an. Die Große Tarifkommission will über das Ergebnis am 14. April entschieden.

Von ihren ursprünglichen Forderung von 5,5 Prozent für ein Jahr musste Verdi allerdings deutliche Abstriche machen. Bezogen auf ein Jahr liegen die tariflichen Aufschläge bei deutlich unter 3 Prozent. Materielle Verbesserungen gibt es vor allem für die unteren Einkommensgruppen, deren Gehälter rückwirkend zum 1. April um 2,9 Prozent angehoben werden. Für höhere Entgeltgruppen sind 2,5 Prozent vorgesehen. Ab dem 1. Februar 2015 sollen alle Tarifbeschäftigten noch einmal einen Zuschlag von 2,1 Prozent erhalten. Für Auszubildende erhöht sich die Vergütung um 35 Euro beziehungsweise 25 Euro pro Monat. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. Januar 2016.

Für diesen Zeitraum verständigten sich die Tarifpartner außerdem auf den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen. Die Telekom habe früh ihren Einigungswillen signalisiert, betonte Kremer. Das Unternehmen stehe mit Blick auf den Breitbandausbau allerdings unter einem hohen Kostendruck und in einem hart umkämpften Markt.

Begleitet war die diesjährige Tarifrunde erneut von bundesweiten Arbeitsniederlegungen. Nach Angaben von Verdi beteiligten sich in den vergangenen Wochen 50.000 Telekom-Beschäftigte an den Warnstreiks. Offen ist die Tarifrunde noch für 25.000 Mitarbeiter der Großkundensparte T-Systems, für die an diesem Donnerstag separat in Frankfurt verhandelt wird. Für diese Gespräche wurden ebenfalls zwei Tage angesetzt. (dpa/rs)

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