ACCENTURE STRATEGY – DIGITAL THOUGHT LEADERSHIP


// AUF DEM WEG ZUM DIGITALEN UNTERNEHMEN
- Anzeige -

CIO als neuer Business-Treiber

Technik allein ist nicht Kern der Digitalisierung

Managing Director, Technology Strategy, Accenture Strategy
Ein Musterbeispiel der digitalen Transformation kommt per Aufzug. Mit seiner Digitalisierungsinitiative legt Schindlers CIO die Messlatte deutlich höher.

Seit weit mehr als 100 Jahren sind Aufzüge und Rolltreppen nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt nutzen diese tagtäglich zur Beförderung - und dies ohne größere Unfälle - schließlich gelten Aufzüge als sicherstes Verkehrsmittel der Welt. Doch was hat das alles mit dem digitalen Wandel zu tun?

Michael Nilles, CIO der Schindler Group, wurde beim "CIO des Jahres 2015" im Bayerischen Hof in München als CIO des Jahres Großunternehmen ausgezeichnet.
Michael Nilles, CIO der Schindler Group, wurde beim "CIO des Jahres 2015" im Bayerischen Hof in München als CIO des Jahres Großunternehmen ausgezeichnet.
Foto: Foto Vogt

Auf den ersten Blick nicht viel, schließlich müssen Aufzugsanlagen erst nach Jahrzehnte langer Arbeit ausgetauscht werden. Neue Technologien etablieren sich damit eigentlich extrem langsam. Und doch beweist der Aufzug- und Fahrtreppenhersteller Schindler mit seiner digitalen Ausrichtung und dem CIO Michael Nilles, der jüngst völlig zu Recht als "CIO des Jahres" ausgezeichnet wurde, dass wirklich jede Branche die Weichen für die Reise ins digitale Zeitalter stellen kann und sollte.

Schindler macht sein Geschäft zu einem Data Business

Insbesondere beweist das Beispiel der Schindler Group, dass Digitalisierungsinitiativen zwar technologiegetrieben, im Kern aber echte Business-Transformationen sind. Entsprechend ist der CIO gefragt, seine Technologiekompetenz weit stärker als in der Vergangenheit in das tatsächliche Geschäft und damit auch in die strategische Ausrichtung des Unternehmens einzubringen. Erst wenn diese beiden Ebenen zusammenkommen, wird dieser revolutionäre Schritt gelingen.

Ich bin wirklich begeistert, wie Schindler hier vorgegangen ist. So setzt das Unternehmen auf die Vernetzung neuer Anlagen. Denn Aufzüge und Fahrtreppen halten zwar lange, sie sind aber dennoch anfällig. Der "Connected Fahrstuhl" setzt hier an und ermöglicht beispielsweise eine präventive Instandhaltung. Gleichzeitig kann der Einsatz mehrerer Aufzüge in Gebäude besser koordiniert werden, um beispielswese Nutzer schneller zu transportieren oder durch Optimierung sogar einen ganzen Fahrstuhl einzusparen. Die Digitalisierung und Intensivierung des Kundenkontakts ist eine weitere Säule der Digitalisierungsagenda, ebenso wie die Aufrüstung der Servicemitarbeiter mit neuen digitalen Werkzeugen oder die Steigerung der Prozesseffizienz - Schindler stellt sich damit völlig neu auf. Und mehr noch: Der Konzern macht sein Geschäft zu einem Data Business, bei dem die neuen Informationen fortlaufend in frische Geschäftsideen fließen können.

Kernfrage: Was bringt es dem Kunden

Dass sich fast alle CIOs hier auf den Weg gemacht haben, sich alle Unternehmen entsprechend ausprobieren, dies konnte ich auch auf unserem Pre-Event zur Preisverleihungsgala zum "CIO des Jahres" deutlich spüren. Die Unternehmen befinden sich hier jedoch in höchst unterschiedlichen Stadien. Zwar gibt es hier keinen einzelnen "Königsweg", Archetypen sehen wir aber dennoch immer wieder. Diese zeichnen sich vor allem durch den konsequenten Schritt ins digitale Business aus, so wie es unter anderem E.ON mit Carsten Klingels, dem Programm-Verantwortlichen für die digitale Transformation, beweist. Innerhalb knapp eines Jahres hat er beim Energieriesen bereits wesentliche Weichen gestellt, um das Privatkundengeschäft konsequent digital aufzustellen - und dies inzwischen mit einem Roll-Out in zahlreichen europäischen Ländern. Die Kernfrage lautet längst nicht mehr: "Wie bekommen wir unsere Produkte in den Markt?", sondern vielmehr: "Was bringt es unserem Kunden?"

Drei Punkte, die den CIO der Zukunft ausmachen

Dies führt zu enormer Dynamik - gerade für die Rolle des CIOs und dessen Selbstverständnis. Dies wurde auch in zahlreichen Gesprächen am Rande der Gala zum "CIO des Jahres" deutlich. Drei wesentliche Punkte sind mir dabei besonders aufgefallen:

  • CIOs stehen beim Aufbau und Betrieb digitaler Ökosysteme vor ganz neuen Fragestellungen. Vor allem als Orchestratoren bestimmen sie die digitale Reise proaktiv mit, z.B. müssen sie entscheiden, welche Leistungen sie und ihre Unternehmen tatsächlich noch selbst erbringen müssen und welche sie an externe Spieler übergeben sollten.

  • CIOs müssen breiter denken als je zuvor. Ihre Aufgabe als Partner des Business erstreckt sich künftig nicht nur über Geschäftsfelder hinweg, sondern in Zeiten der Industriekonvergenz auch in ganz neue Branchen. Ihre Organisation muss sich entsprechend aufstellen.

  • Und schließlich werden CIOs zunehmend eine Rolle auf der strategischen Ebene einnehmen. In den vergangenen 20 Jahren wurde die Restrukturierung und Optimierung der Unternehmen insbesondere durch die Finanzabteilungen geformt. CFOs gelten daher oft auch als "natürlicher" Kandidat für den CEO-Posten. Wenn CIOs/CDOs ihre Gestaltungsposition im Umfeld ständig neuer Technologien und digitaler Disruption tatsächlich ausfüllen, stellt sich die Frage: Sehen wir zukünftig CIOs/CDOs immer häufiger im Vorstand?

Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren dahingehend höchst spannende Entwicklungen im Markt sehen werden. Die Herausforderung ist riesig, die Chancen für CIOs sind es aber ebenso.

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus
Zur Startseite