Prognose für 2020 von Cisco

Technologien, die die Welt verändern

23.12.2015
Von Kolja Kröger und Julie Bort (Network World)
3D-Drucker, Sensor-Netzwerke und virtuelle Menschen werden unser Leben in den nächsten Jahren drastisch verändern, glaubt der Cisco-Futurist Dave Evans.

Genau wie die Leistung unserer Rechner exponentiell steigt, und nicht linear, so steigt auch der Takt der Veränderung. Das heißt, die nächste Dekade hat sicher deutlich mehr technologischen Wandeltechnologischen Wandel im Gepäck als die vergangene. Sicher, bahnbrechende Technik ist per se unvorhersehbar - aber man kann sich immer noch anschauen, woran die Entwicklungslabore rund um den Globus gerade basteln - und so Hinweise auf die Überraschungen der Zukunft ergattern. Alles zu IT Trends auf CIO.de

Tagein, tagaus sucht Cisco-Futurist Dave Evans nach Technologie-Trends der Zukunft.
Tagein, tagaus sucht Cisco-Futurist Dave Evans nach Technologie-Trends der Zukunft.
Foto: Cisco

Dies ist der Vollzeit-Job von Dave Evans, der Chef-Futurist bei der Cisco Internet Business Solutions Group (IBSG). Er hat mit zahlreichen Visionären und Analysten in der Branche gesprochen. In diesem Beitrag sehen Sie seine Visionen:

1. Das Internet der Dinge

Wir haben die Schwelle überschritten: Längst sind mehr Dinge mit dem Internet verbunden als Menschen. Auch der Übergang zu IPv6 unterstützt die scheinbar uneingeschränkte Konnektivität. Nach Einschätzungen der Cisco IBSG steigt die Zahl der Dinge auf der Datenautobahn bis zum Jahr 2020 auf 50 Milliarden - das sind dann mehr als fünf Geräte pro Person auf der Welt. In den Industrieländern sind viele von uns schon jetzt daran gewöhnt, drei oder mehr Geräte ständig am Netz hängen zu haben, wenn wir an PCs, Smartphones, Tablets und Fernseher denken. Als nächstes kommen Sensor Netzwerke, die mit wenig Energieverbrauch "Massen von Daten sammeln, senden, analysieren und verteilen", sagt Evans.

Chips im Kuh-Ohr behalten die Gesundheit der Tiere im Blick - und ihren Aufenthaltsort.
Chips im Kuh-Ohr behalten die Gesundheit der Tiere im Blick - und ihren Aufenthaltsort.
Foto: Dudarev Mikhail - shutterstock.com

Diese Sensoren basieren auf Standards wie Zigbee, 6LoWPAN und Z-Wave, und sie werden derzeit schon sowohl auf erwartete als auch überraschende Weise eingesetzt. Zigbee steckt zum Beispiel in intelligenten Stromzählern, 6LoWPAN wird von Vint Cerf mittels IPv6 benutzt, um das Klima im Weinkeller zu überwachen. Z-Wave ist die Grundlage für die Smart Home Dienste von Verizon. Aber es entstehen auch deutlich kreativere Verwendungen.

Sparked, ein Start-Up aus Holland, implantiert Sensoren in die Ohren von Kühen, um ihre Gesundheit und ihre Aufenthaltsorte im Blick zu behalten. Sensoren stecken in Schuhen, in Medizintechnik wie Inhaliergeräten für Asthmatiker und Operations-Instrumenten. In Schweden gibt es sogar einen Baum, der seine Gefühle und Gedanken mithile eines Sensors twittert. Ericsson hilft ihm bei der Übersetzung (@connectedtree or #ectree).

2. Eine Wolke aus Zettabytes

Etwa 5 Exabytes an frischen Daten wurden im Jahr 2008 geschaffen. Das entspricht einer Milliarde DVDs. Jetzt spulen wir vor in die Zukunft, und sehen: Wir schaffen 1,2 Zettabytes - wobei 1.024 Exabytes einem Zettabyte entsprechen. "Das ist das gleiche als wenn jeder Mensch auf der Welt für 100 Jahre twittern würde, oder 125 Jahre ihrer einstündigen Lieblings-Fernsehsendung", sagt Evans. Verantwortlich für diesen Anstieg ist vor allem unsere Liebe für HD-Video. Cisco schätzt, dass im Jahr 2015 die Daten im Internet zu 91 Prozent aus Videos bestehen werden. Um diese Datenmengen durch das Internet zu schieben, braucht es deutlich verstärkte Netze – damit die Videos nicht auf dem Weg verloren gehen.