Compliance-Chef erhält Veto-Recht

Telekom-Datenschutz-Vorstand Balz soll 500 Leute bekommen

29. Oktober 2008
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Der neue Datensicherheits-Vorstand der Telekom, Manfred Balz, soll laut Pressemeldungen 500 Mitarbeiter bekommen. Auf Jubel stößt die Personalie in der öffentlichen Diskussion nicht. Die Telekom selbst schweigt sich aus.

Nach den dramatischen Datenschutzpannen und den entsprechenden Schlagzeilen hatte die Telekom einige Tage gebraucht, bis das neu geschaffene Vorstandsressort für DatenschutzDatenschutz, Recht und ComplianceCompliance seinen Chef bekam. Dabei stand Manfred Balz, bisher Chefjustiziar des Hauses, von Anfang an auf dem Wunschzettel von Konzernchef René Obermann. Dass Balz nicht sofort den Zuschlag erhielt, wertet die Financial Times Deutschland als Affront gegen Obermann. Alles zu Compliance auf CIO.de Alles zu Datenschutz auf CIO.de

Nach Meldungen des Tagesspiegel sollen dem 63-jährige Balz 500 Mitarbeiter zugeordnet werden. Das hat eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage von cio.de weder dementiert noch bestätigt. Fast scheint’s, die Telekom habe eine Nachrichtensperre verhängt, denn die Sprecherin durfte noch nicht einmal ihre E-Mail-Adresse nennen.

Zu den Rechten und Aufgaben des neuen Datenschützers heißt es in einer Presse-Info des Konzerns, er könne bei allen Entscheidungen, die Kundendaten betreffen, sein Veto einlegen. Außerdem seien zahlreiche Maßnahmen geplant. So wolle man zum Beispiel künftig einen jährlichen Datenschutzbericht erstellen oder die Kundensysteme durch externe Prüfer wie den TÜV-IT überwachen lassen.

Derweil erklärte Telekom-Chef Obermann nach einer öffentlichen Entschuldigung wegen des Diebstahls von 17 Millionen Kundendatensätzen bei der Mobilfunktochter T-Mobile, hundertprozentige Datensicherheit könne er nicht geben. Das sage Obermann in einem Interview mit dem Massenblatt Bild.

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