Amerikaner haben Angst vor Stromausfällen

Terror und Hurrikans gefährden die IT

07. Juli 2006
Von Tanja Wolff
Nur ein Prozent der amerikanischen Unternehmen befürchtet, dass ein Terroranschlag zu Ausfallzeiten der IT führen könnte. Laut einer Untersuchung des Lösungsanbieters Steel Eye ist das ein überraschendes Ergebnis, weil die USA seit dem Anschlag am 11. September 2001 Krieg gegen den Terror führt.

Bei den europäischen Firmen hat die Umfrage ein anderes Bild ergeben: Zwölf Prozent glauben, dass ein Terrorangriff zu Ausfallzeiten der IT führen kann. Die Amerikaner (42 Prozent) haben dafür mehr Angst vor einem Stromausfall. Er wird als größte Gefahr hinter dem Verlust des Netzwerkes gesehen. In Europa befürchten nur 29 Prozent, dass ein Stromausfall Einfluss auf die Kontinuität des Geschäfts hat.

Der Analyse zufolge liegt der Unterschied zwischen Europa und Amerika auch an den unterschiedlichen Erfahrungen der Vergangenheit. So hat es seit dem 11. September keinen erfolgreichen Terroranschlag mehr in den Vereinigten Staaten gegeben. In Europa dagegen kam es seitdem zu großen Anschlägen in London und Madrid. Dafür befürchten die Amerikaner Naturkatastrophen. Der Hurrikan Katrina verursachte im vergangenen Jahr lange Stromausfälle in einigen Staaten.

Europäer sind allgemein optimistischer bezüglich Instandhaltung, Betriebs- und Stromausfällen. 58 Prozent der nordamerikanischen Befragten haben am meisten Angst vor einem Ausfall ihres Netzwerks, während fast die Hälfte der Europäer spezielle Ausfälle von Applikationen besonders fürchtet.

87 Prozent der Umfrageteilnehmer haben einen dezentralen Katastrophenbetrieb (DR) eingerichtet. In Europa ist er bei 39 Prozent in derselben Stadt, wie das Unternehmen, bei den Amerikanern sind es nur 21 Prozent. Der Grund: Sie haben scheinbar mehr Erfahrungen beim Umgang mit Naturkatastrophen und verlagern ihren Schutzbetrieb daher in 70 Prozent der Fälle lieber in einem anderen Staat. Bei den Europäern haben nur zwölf Prozent ihren DR in einem anderen Land.