Produktionsausbau

Tesla wirbt Audi-Manager ab

16.05.2016
Tesla will in zwei Jahren zehn Mal mehr Autos bauen als zuletzt und muss dabei Qualitätsprobleme ausräumen sowie ein ganz neues Modell auf die Straße bringen. Eine entscheidende Rolle bei dem Plan kommt einem deutschen Manager zu.
Tesla Model S: "Autos kann jeder bauen", hört man in vielen Diskussionen immer wieder. Tesla kann es noch nicht. Die Fähigkeit, schnell hohe Stückzahlen zu erreichen, entscheidet schon bald, ob es mit Tesla überhaupt weitergeht.
Tesla Model S: "Autos kann jeder bauen", hört man in vielen Diskussionen immer wieder. Tesla kann es noch nicht. Die Fähigkeit, schnell hohe Stückzahlen zu erreichen, entscheidet schon bald, ob es mit Tesla überhaupt weitergeht.
Foto: Rene Schmöl

Der Elektroauto-Hersteller Tesla verlässt sich auf einen erfahrenen Audi-Manager für den geplanten radikalen Ausbau der Produktion. Peter Hochholdinger, der zuletzt für die Fertigung der Modelle A4, A5 und Q5 zuständig war, wechselt zu Tesla, wie das kalifornische Unternehmen am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Tesla will angesichts der starken Nachfrage nach dem geplanten günstigeren Wagen Model 3 die Produktion deutlich schneller als geplant hochfahren und peilt für 2020 die Marke von einer Million Fahrzeuge an. Schon 2018 - zwei Jahre früher als angekündigt - soll die Kapazität 500000 Autos jährlich erreichen. Für Model 3, das Ende 2017 auf den Markt kommen soll, waren binnen weniger Wochen rund 400000 Vorbestellungen eingegangen. Im vergangenen Jahr hatte Tesla gut 50000 Fahrzeuge ausgeliefert.

Hochholdinger, der 22 Jahre bei Audi verbrachte, solle die Produktion der beiden aktuellen Tesla-Fahrzeuge Model S und Model X verbessern und erhöhen sowie den Fertigungsaufbau des Model 3 mitgestalten, erklärte Tesla. Wann er seinen neuen Job als Vizepräsident für Fahrzeug-Produktion antritt, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Für Tesla hängt die Zukunft davon ab, wie schnell die vielen Kundenbestellungen abgearbeitet werden können. Auch Rivalen wie die Opel-Mutter General Motors mit ihrem Chevrolet Bolt wollen Elektro-AutosElektro-Autos in der Preisklasse um 35000 Dollar (31000 Euro) auf den Markt bringen. Tesla-Chef Elon Musk sagte jüngst in einer Telefonkonferenz, sein Schreibtisch stehe direkt an der Fertigungslinie und er schlafe oft im Schlafsack in einem Konferenzraum daneben. Top-Firmen der Branche Automobil

Bei allen bisherigen Tesla-Modellen gab es bisher Verzögerungen wegen Problemen bei der Produktion. Zuletzt beschwerten sich einige Kunden über Qualitätsmängel am Tesla-SUV Model X. Bei manchen gingen die markanten Flügeltüren nicht auf, andere kritisierten Verarbeitungsschwächen. "Wir sind versessen darauf, der beste Hersteller der Welt zu werden", betonte Musk. (dpa/rs)

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