Und es geht doch

Test: Office 365 auf Android-Tablets

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Seit Sommer 2013 ist endlich Microsofts Office Mobile für Office 365 für mobile Devices erhältlich. Doch offiziell ist diese Version nicht für Android Tablets geeignet. Wir zeigen, wie mit einem kleinen Trick Microsofts Office-Applikationen wie Lync 2013 oder Office Mobile dennoch auf den Tablets von Marktführer Android laufen.
Glaubt man dem Play Store, dann läuft Office nicht auf Android-Tablets.
Glaubt man dem Play Store, dann läuft Office nicht auf Android-Tablets.
Foto: Google

Lange Zeit ließ MicrosoftMicrosoft mobile Anwender im Regen stehen: Office-Anwendungen gab es nur sehr eingeschränkt (etwa Lync 2010 und One Note) und für Office 365Office 365 war gar kein mobiler Client erhältlich. Dank dieser ignoranten Firmenpolitik des Konzerns sahen sich viele User nach Alternativen um und landeten etwa bei Google Drive, dem neuen Zuhause von Google Docs. Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu Office 365 auf CIO.de

Mit einem kleinen Trick funktioniert es dennoch, wie diese Tablet zeigt (Icons rechts unten).
Mit einem kleinen Trick funktioniert es dennoch, wie diese Tablet zeigt (Icons rechts unten).
Foto: Hill

Dass Microsoft mit dieser Haltung seinen Versuch, Office 365 als die Cloud-Plattform für Office-Anwendungen zu etablieren, konterkarierte, scheint dem Konzern mittlerweile selbst bewusst zu sein. Seit Sommer 2013 ist die mobile Office-365-Variante für Nokia SmartphonesSmartphones (Symbian OS), iPhoneiPhone und iPadiPad, BlackberryBlackberry, Windows PhoneWindows Phone sowie AndroidAndroid erhältlich. Soweit klingt die Microsoft-Offerte gut. Doch beim näheren Hinschauen zeigt sich, dass Android-Tablets nicht unterstützt werden und damit also Mobile Office offiziell nicht auf dem derzeit marktführenden Tablet-Betriebssystem läuft. Dass es trotzdem funktioniert, zeigen wir hier. Alles zu Android auf CIO.de Alles zu Blackberry auf CIO.de Alles zu iPad auf CIO.de Alles zu iPhone auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de Alles zu Windows Phone auf CIO.de

Egal, ob wir das brandneue GoogleGoogle Nexus 7 Tablet mit LTE verwendeten oder ein älteres zum Android-Device umgeflashtes HPHP WebOS Touchpad, eisern teilte uns Google Play mit, dass Microsofts Office Mobile mit den Android Tablets nicht kompatibel sei. Auf diversen Smartphones ließ es sich dagegen ohne Probleme installieren. Auch Lync 2013 ließ sich auf beiden Tablets nicht installieren. Alles zu Google auf CIO.de Alles zu HP auf CIO.de

Ein Umstand der für uns absolut nicht nachvollziehbar war, denn auf dem alten HP Touchpad lief und läuft Lync 2010 ohne Probleme. Selbst der Versuch auf das aktuelle Nexus-Tablet Lync 2010 zu installieren, scheiterte an der Fehlermeldung, dass diese Anwendung mit Tablets nicht kompatibel sei. Jetzt war nur noch Kopfschütteln angesagt - auf einem alten Tablet lief Lync 2010 seit einem Jahr (siehe Testbericht "Microsoft Lync im mobilen Einsatz"), auf dem aktuellen Gerät dagegen nicht. Dagegen liefen dien Anwendungen problemlos auf einem Smartphone Galaxy S3.

Um Office vom Smartphone auf ein Android-Tablet zu migrieren, benötigt der Anwender ein Tool wie Apk Share.
Um Office vom Smartphone auf ein Android-Tablet zu migrieren, benötigt der Anwender ein Tool wie Apk Share.
Foto: Google

Eine Suche in den offiziellen Microsoft Support-Foren nach einer Erklärung half auch nicht weiter, denn die dortige Begründung, dass Lync und Office Mobile auf Android TabletsTablets nicht laufe, weil dieser Gerätegattung wichtige Telefonfunktionen fehlten, klingt wenig glaubwürdig. Böse Zungen in anderen Internet-Foren äußern denn auch den Verdacht, Microsoft schließe die marktbeherrschenden Android-Tablets von Office 365 aus, um wenigstens noch einen unique selling point für Tablets mit dem (halbtoten) Betriebssystem Windows RT zu haben. Eine Vermutung, die zumindest nachvollziehbar klingt. Alles zu Tablets auf CIO.de

Dennoch wollten wir jetzt wissen, ob die Microsoft-Anwendungen Lync 2013 und Office Mobile wirklich nicht auf einem Android-Tablet laufen. Um widerspenstige Anwendungen, die sich über den Play Store nicht installieren lassen, trotzdem aufzuspielen, gibt es in der Android-Welt zwei Ansätze. Der erste sieht eine Manipulation der Gerätebezeichnung sowie der gespeicherten Hardwareeigenschaften vor. Oft prüft beispielsweise ein App, wie viele dpi ein Bildschirm hat. Gerade ältere Apps verweigern dann die Installation, wenn der Bildschirm eine höhere Dichte aufweist.