US-Halbleiterkonzerne

TI und Qualcomm blicken skeptisch nach vorn

23. April 2015
Über US-Halbleiterspezialisten ziehen dunkle Wolken auf: Am Mittwoch äußerten sich gleich zwei Branchenvertreter skeptisch über die weiteren Geschäftsaussichten im laufenden Jahr.

So rechnet Texas Instruments für das zweite Quartal nur mit einem Gewinn je Aktie (EPS) von 60 bis 70 Cent, der Umsatz soll zwischen 3,12 bis 3,38 Milliarden US-Dollar liegen. Analysten waren bisher von 73 Cent und 3,4 Milliarden Dollar ausgegangen. Im nachbörslichen HandelHandel sackten Texas-Instruments-Aktien um fast sieben Prozent ab. Top-Firmen der Branche Handel

Die ikonische Sonnenuhr vor der TI-Zentrale in Dallas
Die ikonische Sonnenuhr vor der TI-Zentrale in Dallas
Foto: TI

Im ersten Quartal war das EPS zwar auf 61 Cent und der Umsatz auf 3,15 Milliarden Dollar gestiegen. Aber auch hier hatten Experten mehr erwartet. Tore Svanberg, Analyst bei Stifel Nicolaus, verwies auf die Belastung durch den starken Dollar, von dem jedes US-Unternehmen betroffen sei. Texas Instruments ist führend bei Chips, die Alltagstechnik wie Fernseher und Waschmaschinen steuern, aber auch in Medizinapparaten, Industrieanlagen oder Autos zu finden sind. Außerdem gehört das Unternehmen zu den großen Herstellern von Prozessoren, die bei der Verarbeitung von Audio- und Videosignalen benötigt werden. Wegen dieser breiten Aufstellung gilt der Konzern als ein Konjunkturbarometer.

Der weltweit größte Hersteller von Smartphone-Chips Qualcomm enttäuschte die Experten mit seinem Blick in die Zukunft (PDF-Link) ebenfalls. Im gerade angelaufenen dritten Geschäftsquartal soll das EPS bei 67 bis 82 Cent und der Umsatz bei 5,4 bis 6,2 Milliarden Dollar liegen. Analysten waren bisher von 99 Cent und 6,46 Milliarden Dollar ausgegangen. Im nachbörslichen Handel sackten Qualcomm-Aktien um fast drei Prozent ab.

Steve Mollenkopf, CEO von Qualcomm
Steve Mollenkopf, CEO von Qualcomm
Foto: Qualcomm

Qualcomm leidet darunter, dass Smartphone-Hersteller wie Samsung sich bei anderen Herstellern umsehen. Zudem bekommt das Unternehmen eigenen Anagben zufolge immer noch keine ausreichenden Lizenzzahlungen von chinesischen Unternehmen, nachdem sich der US-Konzern im Februar mit den dortigen Kartellbehörden geeinigt hatte. Der größte Teil des Gewinns kommt bei Qualcomm aus Lizenzgebühren von anderen Unternehmen, die die Technologie der Amerikaner nutzen.

Im zweiten Quartal halbierte sich der Gewinn unter dem Strich nahezu auf 1,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg hingegen um acht Prozent auf knapp 7 Milliarden Dollar. Beim Gewinn hatten Experten mit weniger, beim Umsatz mit mehr gerechnet. (dpa/tc)

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