Elektronikriese

Toshiba rutscht noch tiefer in die Verlustzone

04. Februar 2016
Der von einem Bilanzskandal erschütterte japanische Elektronikriese Toshiba erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen noch höheren Rekordverlust als zunächst gedacht.
Toshiba zieht sich angesichts scharfer Konkurrenz schrittweise aus dem Geschäft mit Verbraucherelektronik zurück.
Toshiba zieht sich angesichts scharfer Konkurrenz schrittweise aus dem Geschäft mit Verbraucherelektronik zurück.
Foto: Lucian Milasan - shutterstock.com

Wie der Konzern am Donnerstag bekanntgab, dürfte sich der Fehlbetrag in Folge einer radikalen Sanierung zum Bilanzstichtag 31. März auf 710 Milliarden Yen (5,4 Mrd Euro) belaufen. Zuvor hatte Toshiba noch ein Minus von 550 Mrd Yen in Aussicht gestellt. In den ersten neun Monaten verbuchte Toshiba einen Fehlbetrag von 479,4 Mrd Yen. Im gleichen Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 107,2 Mrd Yen angefallen. Der Umsatz schrumpfte um 6,4 Prozent auf 4,42 Billionen Yen.

Vor diesem Hintergrund werden etwa 10000 Arbeitsplätze bei Toshiba gestrichen, die Produktion von Fernsehern im Ausland eingestellt und Fabriken geschlossen. Auch die ebenfalls verlustbringende PC-Sparte sowie das Geschäft mit Haushaltsgeräten werden konsolidiert.

Der Umbau bei Toshiba folgt auf einen schweren Bilanzskandal. Eine Untersuchungskommission war im vergangenen Jahr zu dem Schluss gefunden, dass der Technologiekonzern den Nettogewinn über sieben Jahre um mehr als 155 Milliarden Yen aufgebläht hatte. Der Gewinn vor Steuern war um 224,8 Milliarden Yen zu hoch ausgewiesen worden. (dpa/rs)

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