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Super Computing mit Linux

Total verzehnfacht die Rechenkapazität

06. Oktober 2014
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Total hat bei der Suche nach neuen Ölquellen jetzt zehnmal mehr Rechenkapazität als bisher zur Verfügung. Der neue Supercomputer läuft mit Suse-Servern.
Die TOTAL Mineraloel und Chemie GmbH hat ihren Hauptsitz in der Bundeshauptstadt Berlin und ist ein Teil des französischen Mutterkonzerns. Dieser gehört zu den größten Mineralölfirmen auf der ganzen Welt.
Die TOTAL Mineraloel und Chemie GmbH hat ihren Hauptsitz in der Bundeshauptstadt Berlin und ist ein Teil des französischen Mutterkonzerns. Dieser gehört zu den größten Mineralölfirmen auf der ganzen Welt.
Foto: TOTAL Deutschland GmbH

IT-Projekte sind ja oft mehr oder minder geschäftskritisch. Nicht immer ist dies aber so augenscheinlich wie beim neuen Supercomputer von Total, der "Pangea" heißt. Als Mineralölkonzern nutzt Total High Performance Computing (HPC), um neue Öl- und Gasvorkommen zu entdecken - was bekanntlich immer schwieriger wird.

Pangea, der auf der SGI ICE X High Performance Computing Plattform basiert und eine spezielle M-Cell-Wasserkühlung nutzt, stellt für diese Aktivitäten nun die zehnfache Rechenkapazität seines Vorgängers zur Verfügung.

Betrieben wird der von Total Exploration & Production entwickelte Supercomputer mit dem SUSE Linux Enterprise Server. Aus Anwendersicht sprachen zum einen die Option auf eine komplette und integrierte Lösung, zum anderen die Kombination aus Leistung, Preis und Effizienz für die gewählte Lösung.

Visualisierung in drei Dimensionen

Bei der Erkundung und kosteneffektiven Erschließung neuer Öl- und Gasvorkommen ist die computergestützte Analyse und Visualisierung enormer Mengen an seismischen Daten zentral. Die Reflektionen der gesendeten Vibrationswellen werden gemessen, um auf versteckte geologische Strukturen schließen zu können. Um kleinere und schlechter erreichbare Reserven zu lokalisieren, kommt es vor allem auf Fortschritte bei der Visualisierung an.

Und dafür sind immer größere Rechenkapazitäten vonnöten. "Pangea ist eine enorm leistungsstarke Lösung und berechnet numerische Modelle zur Unterstützung der dreidimensionalen Visualisierung subterraner geologischer Formationen", erläutert Diego Klahr, HPC Engineer bei Total E&P.

Zehnfache Menge an Simulationen möglich

Mit diesem System könne Total die zehnfache Menge an Simulationen im Vergleich zum Vorgänger berechnen. "So können wir potenzielle Vorkommen leichter identifizieren und die besten Extraktionsmethoden erkennen", so Klahr.

Total ist in 130 Ländern aktiv und das fünftgrößte börsennotierte Öl- und Gas-Unternehmen der Welt. Pangea ist ein Distributed-Memory Supercomputer mit 2,3 PFlop, 110.592 Intel Xeon E5-2670 Prozessoren und 442 TB Speicher. Auf jedem Knoten läuft eine separate Instanz von Suse Linux Enterprise Server in einer vollständig parallelisierten Umgebung, verwaltet vom SGI Management Center for ICE X.

Geschlossener Luftkreislauf und Warmwasserkühlung

Um die Energieeffizienz der Lösung zu erhöhen und die Betriebskosten so niedrig wie möglich zu halten, nutzt SGI sein M-Cell Design, das über einen geschlossenen Luftkreislauf und Warmwasserkühlung verfügt. So lässt sich die Hitze auf einen Bereich beschränken, was den Gesamtkühlungsaufwand minimiert.

Total | Super Computing
Branche: Energie u. Rohstoffe
Kosten: keine Angaben
Produkt: Pangea
Dienstleister: Suse, SGI
Einsatzort: weltweit
Internet: www.total.de

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