Business Intelligence

Trotz BI verlassen sich Manager lieber auf ihr Bauchgefühl

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
BI-Tools versprechen Entscheidungen auf Basis klarer Daten und Fakten. In Deutschland und den USA investieren die Unternehmen zwar in die Technologie. Entscheidungen werden dennoch sehr oft nicht auf Basis betriebswirtschaftlicher Analyse getroffen.

Im Zweifel folgen deutsche Entscheider lieber ihrer Intuition als kalten Zahlen und Fakten – mögen diese auch noch so aufwendig ermittelt worden sein. Nun war das Vertrauen in die Eingebung hierzulande immer schon ausgeprägt. Erstaunlich ist allerdings, dass das Pendel zwischen Bauchgefühl und nüchternen Daten trotz erheblicher Investitionen in Business IntelligenceBusiness Intelligence (BI) in den vergangenen Jahren in Richtung Intuition zurückgeschlagen hat. Eine Studie der Unternehmensberatung Novem Business Applications legt dies jedenfalls nahe. Alles zu Business Intelligence auf CIO.de

Mehr als die Hälfte der rund 300 von Novem befragten Manager gaben an, mit Entscheidungen nach Bauchgefühl besser gefahren zu sein als mit jenen auf Grundlage von Fakten. Vor vier Jahren sagten das lediglich 47 Prozent. Und aktuell halten nur 42 Prozent die Entscheidungen auf Basis von reinen betriebswirtschaftlichen Daten für erfolgreicher.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der verstärkte Einsatz von Analyse- und Reporting-Lösungen völlig verpufft. Novem stellte beispielsweise fest, dass die Manager heute weniger Kritik an der Informationsqualität üben als 2006. Außerdem sind sie deutlich zufriedener mit den Bedingungen, unter denen sie Entscheidungen fällen müssen. Festzustellen ist hier ein eindeutig positiver Trend, der jedoch nicht über das nach wie vor enorme Ausmaß an Unsicherheit hinwegtäuschen darf.

In Zahlen: Geschlagene 70 Prozent klagen über eine zu große Informationskomplexität. Die Hälfte der Führungskräfte vermisst die für Business-Entscheidungen nötige Aktualität und Qualität der Daten. Immerhin ein Fortschritt, denn 2006 bemängelten das noch zwei Drittel der Befragten. Mit seinen Entscheidungsbedingungen ist jeder fünfte Manager zufrieden; 2006 war es nur jeder achte. Es geht also voran. Es bleibt aber auch noch viel zu tun.