Der "Think Space" im Test

Turbo-Entspannung für Gestresste

26. Januar 2009
Von Maren Hoffmann
Die Pfefferminzduft-durchflutete Ein-Personen-Oase aus rotem Zeltstoff hat sich der niederländische Innenarchitekt Gilian Schrofer für eine Hotelkette ausgedacht. Darin sollen Manager besonders gut zur Ruhe kommen.

Eines muss klar sein: Ich bin nicht zum Vergnügen hier. Dies ist eine harte Recherche, auch wenn es vielleicht nicht so aussieht. Ich liege auf einer angenehm geschwungenen, weichen Polsterliege im Inneren eines roten Kokons. Kleine Leuchtdioden werfen von unten sanft waberndes Licht auf die weichen Stoffwände, die sich nun langsam nach außen wölben - ein murmelleises Gebläse sorgt für Innenspannung, von draußen, aus der Hotellobby, höre ich das Summen großstädtischen Lebens.

Davon bin ich zwar nur durch eine dünne Zeltmembran getrennt, aber trotzdem weit entfernt. Ich befinde mich im "Think Space". Diese "private Oase für eine Person" hat sich der niederländische Innenarchitekt Gilian Schrofer für die Hotelkette Crowne Plaza im Rahmen einer Denkfabrik-Kampagne ausgedacht, die das Reisen für Geschäftsleute annehmlicher machen soll. Schrofer hatte es sich zum Ziel gesetzt, "ein Pendant zum erholsamen Power-Schlaf zu entwickeln, der schon in kurzer Zeit neue Energie bringt".

Ich setze die Kopfhörer auf - eigentlich sollte jetzt loungige Musik für meine Tiefenentspannung sorgen, aber die Anlage funktioniert nicht, und das Kabel verschwindet tief unter einer Teppichklappe in einer abgeschlossenen Box. Egal. Entspannen kann ich auch ohne Musik. Als ich mich wieder hinlege, fällt mein Blick auf ein rätselhaftes, halb schuhkartongroßes silbernes Kästchen neben der Liege. "23 Days left" steht in einem kleinen Digitaldisplay zu lesen.

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung von manager-magazin.de.
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Foto: manager-magazin.de

Belebender als Koffein

Während ich noch darüber grüble, ob sich das auf mein Leben, den "Think Space" oder nur das Kästchen selbst bezieht, wird auf einmal ein Countdown im Display sichtbar: "8.... 7.... 6..." Rätselhafte silberne Kästchen, auf denen Zahlen im Sekundentakt rückwärts laufen, kenne ich nur aus James-Bond-Filmen. Da sind es meist keine freundlichen Kästchen.

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