IP-Telefonie dreht den Markt um

Überlebenskampf der Telko-Anbieter

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Der Crash von Nortel Networks war Folge und Beschleuniger der Krise. Nur Anbieter mit neuen und dynamischen Geschäftsmodellen werden überstehen, sagen die Analysten von Frost & Sullivan voraus.
Ohne Internet Protocol ist Business-Telephonie bald nicht mehr vorstellbar. Das legen die Daten von Frost & Sullivan nahe.
Ohne Internet Protocol ist Business-Telephonie bald nicht mehr vorstellbar. Das legen die Daten von Frost & Sullivan nahe.

Der Weltmarkt für Telefonie in Unternehmen ist 2009 in Folge der Krise eingebrochen. Die Marktforscher von Frost & Sullivan gehen jetzt davon aus, dass die Erholungsphase begonnen hat. Für die kommenden Jahre prophezeien sie moderate Wachstumsraten von etwa einem Prozent im Durchschnitt. Während der Markt für Telephonie via Internet Protocol (IP) langsam auf den langjährigen Wachstumspfad zurückkehrt, stirbt die klassische Technologie des Time Division Multiplexing (TDM) allmählich aus.

Symbol für das Horrorjahr ist der Zusammenbruch des einstigen Telekommunikations-Riesen Nortel Networks – ein Crash, der sowohl als Folge der Krise als auch als Beschleuniger zu werten ist. „Das Ende von Nortol signalisierte das Ende einer Ära und ließ die Alarmglocken für die Anbieter klingeln“, sagt Alaa Saayed, Industry Analyst bei Frost & Sullivan. Es sei offensichtlich geworden, dass nur neue und dynamische Geschäftsmodelle überlebensfähig sein werden.

Die harten Kennzahlen der Branche für das Jahr 2009 klingen in der Tat dramatisch. 37,3 Millionen neue Anschlüsse kauften die Unternehmen im vergangenen Jahr ein – ein Fünftel weniger als 2008. Die Rezession hielt die Firmen von Investitionen in neue Technologien und Lösungen ab. Die wenigen Unternehmen, die trotzdem einkaufen, schauten sehr genau auf ihre Ausgaben.

Für die Telcos bedeutete das in diesem Segment einen Umsatzrückgang von einem Viertel auf 5,7 Milliarden US-Dollar gegenüber 2008. Dafür verantwortlich war laut Frost & Sullivan neben den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch Trends wie der Übergang von Hardware- zu Software-basierten Lösungen und VirtualisierungVirtualisierung sowie das Warten auf die neue OCS-Version von MicrosoftMicrosoft. Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu Virtualisierung auf CIO.de