Strategien


Offshoring-Alternativen

Übernehmen Roboter den IT-Betrieb?

Als Chefreporter Online der Computerwpoche spürt Joachim Hackmann aktuelle Themen aus allen Segmenten der IT-Branche auf. Seine thematische Vorliebe gilt der IT-Servicebranche. Dazu zählen etwa Trends, Neuerungen, Produkte und Unternehmen aus den Bereichen Cloud Computing, XaaS, Offshoring und Outsourcing sowie System-Integration und Consulting. Zudem betreut er die Computerwoche-Online-Rubrik "Mittelstand" und hält den Kontakt zur Computerwoche Xing-Lesergruppe.
US-Unternehmen diskutieren derzeit, inwiefern sich der IT-Betrieb so weit automatisieren lässt, dass sich das Offshoring der Aufgaben ins Ausland erübrigt.

Seit geraumer Zeit nehmen die US-Anwender das Auslagern von Diensten in Billiglohnländer zunehmend kritisch unter die Lupe. Zuletzt hat sich eine Diskussion über das Automatisieren von Aufgaben entsponnen hat. Vor allem für das Verlagern einfacher Routinetätigkeiten suchen die US-Kunden offenbar nach Alternativen. "Es gibt Roboter für das Staubsaugen und das Bestücken von Warenlagern. Bald werden Roboter auch Arbeiten in der IT und in den Geschäftsprozessen von Offshore-Providern übernehmen", vermutet die US-Zeitung cio.com.

Beispielhaft nennt die Publikation das britische Startup Blue Prism, das die Softwareentwicklung vereinfachen will, indem Geschäftskunden ihre Prozesse selbsttätig in Software verwandeln. Blue Prism nennt es "Roboter-Automatisierung" und trifft damit offenbar den aktuellen Geschmack der Amerikaner. James R. Slaby, Analyst mit Schwerpunkt Security- und Risiko-Abschätzung im OutsourcingOutsourcing beim Beratungshaus HfS Research, nennt die Lösung die "neueste Alternative im globalen Business-Services-Werkzeugkasten" sowie einen "Offshore-Killer". Die Roboter seien dafür ausgelegt, beliebige Funktionen zu wiederholen und zu automatisieren. "Die Blue-Prism-Lösung überträgt Arbeit, die üblicherweise von Menschen erledigt wird, und implementiert sie in Code. Die daraus resultierende Software arbeitet weitgehend unbeaufsichtigt diese Funktionen ab", schwärmt Slaby. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Der Einsatz beschränkt sich auf einfache Routinetätigkeiten. Überall wo die Urteilskraft des Menschen gefragt ist, fällt die Software durch. Blue Prism verspricht aber auch, dass die eigene Lösung von Menschen bearbeitete Aufgaben replizieren könne, sie müsse nur entsprechend trainiert werden. Anders als Scripting-Tool-Kits und Makros, die einfache Softwarefunktionen ausführen, konzentriere sich die Blue-Prism-Applikation auf die Prozess-Automatisierung in Unternehmen.

Günstiger als Offshoring-Services

Auch Blue-Prism-Marketing-Manager Pat Geary stellt gegenüber cio.com eine direkte Verbindung zum Outsourcing her: "Üblicherweise wird ein Projekt grob umrissen und anschließend eine Lösung von Entwicklern und IT-Spezialisten entworfen, gebaut, getestet und eingeführt. Die einzige Möglichkeit, die Kosten zu reduzieren, war bislang das Outsourcing und Offshoring der Arbeiten." Blue Prism stellt um ein Drittel geringere Kosten gegenüber den Tagessätzen eines Offshore-Experten in Aussicht. Bislang kann das Unternehmen auf 1000 Installationen verweisen, unter anderem bei Telefonica.