Change Management

Umbau gegen die Mitarbeiter

14.07.2008
Von Matthias Kaufmann
Die Einflussfaktoren nach Rangfolge ihrer Erfolgsrelevanz.
Die Einflussfaktoren nach Rangfolge ihrer Erfolgsrelevanz.

Vieles spricht für die zweite Variante, schon weil die selbstkritische Reflexion von Umbauvorhaben oft fehlt: "Immer wieder scheitern Veränderungsprojekte, ohne dass sich für die erfolgreiche Umsetzung von Veränderungen ein verbessertes Vorgehen herausgebildet hätte", kritisieren die Verfasser, Anabel Houben und Carsten Frigge von C4 sowie Rainer Trinczek und Hans J. Pongratz von der Technischen Universität. Kurz, es wird zu wenig analysiert und deshalb zu wenig dazugelernt.

Der zweite Kritikpunkt: Nach wie vor werden sogenannte weiche Faktoren gering geschätzt. Dabei steht oft die Psychologie der Mitarbeiter als größtes Hindernis vor Veränderungen. Der Beitrag der weichen Faktoren zum Erfolg, so die Autoren stolz, sei mit dieser Studie bewiesen.

"Fast die Hälfte der Mitarbeiter bremst"

Der Mitarbeitermotivation messen sie den größten Einfluss zu. Das bekommt vor allem zu spüren, wer gänzlich unmotivierte Kollegen hat: "Fast die Hälfte der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen hat sich von Veränderungsanforderungen zurückgezogen und wird tendenziell zu Bremsern", so ein alarmierendes Ergebnis der Studie. "Diese Gruppe ist doppelt so groß wie der Kreis derer, die den Veränderungsprozess aktiv vorantreiben."

Die herausragende Bedeutung von Motivation werden die meisten Chefs noch einsehen. Wie Motivation zu vermitteln ist, scheint aber vielen unklar zu sein. Es genügt eben nicht, nur den Erfolg einer Neuorientierung zu versprechen. Orientierung tut not, so die Forscher. In der Mehrzahl der Unternehmen fühle sich kein Manager dafür zuständig zu vermitteln, wie der Weg ans Veränderungsziel genau aussehen soll und an welcher Stelle sich Unternehmen und Belegschaft gerade befinden.

"Unzureichendes Engagement der Führungsebene"

Über solche Aufgaben, so die organisatorische Kritik, besteht oft Uneinigkeit in den Führungsgremien. Und wenig ist so schädlich für ein Vorhaben wie der Eindruck, die Unternehmensführung sei selbst überkreuz. Bei den Gründen für ein Scheitern von Veränderungsprozessen befinden 56 Prozent der Befragten diesen Punkt für relevant oder entscheidend.

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