Starkes erstes Quartal

Umkämpfter Bezahldienst PayPal bleibt Zugpferd für eBay

30. April 2014
Der streitbare US-Investor Carl Icahn hatte zwischenzeitlich darauf gedrängt, dass eBay seine Bezahltochter PayPal abspaltet. Doch der Dienst bleibt der größte Wachstumstreiber im Unternehmen. Gleichwohl schrieb Ebay zuletzt einen Milliardenverlust.

Der Internet-Handelsspezialist eBay hat weiterhin viel Freude an seinem Bezahldienst PayPal. Die Sparte wuchs im ersten Quartal fast doppelt so stark wie der eBay-Marktplatz. Konzernweit stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar (3,1 Mrd Euro), wie eBay in San Jose mitteilte.

Der streitbare US-Investor und eBay-Großaktionär Carl Icahn hatte zu Jahresbeginn verlangt, PayPal abzuspalten. Über den Dienst lassen sich Online-Einkäufe bezahlen und Geld überweisen. Vor allem in den USA, wo Banküberweisungen kompliziert sind, ist PayPal populär und wächst entsprechend schnell.

Icahn war aber der Auffassung, dass die einzelnen Teile mehr wert seien als der Gesamtkonzern. Die eBay-Führung dagegen sieht in PayPal eine ideale Ergänzung für den Marktplatz. Es entbrannte eine hitzige Debatte. Die beiden Seiten schlossen erst in diesem Monat Frieden. Icahn zog seine Forderung zurück und durfte im Gegenzug einen Wunschkandidaten für den Verwaltungsrat benennen, das höchste Firmengremium.

Hohe Steuerlast belastet die Zahlen

EBay-Chef John Donahoe selbst ging in der Mitteilung zu den Geschäftszahlen nicht weiter auf den Streit ein. "Wir haben ein starkes erstes Quartal hinter uns", erklärte er. Allerdings zeigten sich Anleger enttäuscht über den Ausblick auf das restliche Jahr.

Ebay wird voraussichtlich nur einen dünnen Gewinn im Gesamtjahr einfahren. Grund ist eine ungewöhnlich hohe Steuerlast, weil das Unternehmen Gewinne von 6 Milliarden Dollar aus dem Ausland in die USA holt. Dabei halten die US-Steuerbehörden die Hand auf.

Üblicherweise vermeiden amerikanische Konzerne aus diesem Grund, ihre Auslandsgewinne in die Heimat zu holen. So zapfte der reiche Apple-Konzern gerade zum wiederholten Male den Kapitalmarkt für frisches Geld an, um nicht an die Barbestände jenseits der US-Grenzen gehen zu müssen.

EBay dagegen nahm im ersten Quartal einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar in Kauf, um an sein Geld aus dem Ausland zu kommen. Das Unternehmen hatte im Vorjahreszeitraum 677 Millionen Dollar verdient. Vor Steuern konnte eBay mehr verdienen. (dpa/tö)

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