OUTSOURCING-MARKT IN DEUTSCHLAND

Umsatz nur mit Transparenz

Anbieter müssen transparenter mit ihren Kunden umgehen, wenn sie bestehen wollen. Die wachsende Vielfalt der Outsourcing-Formen wie BPO und Risikomodelle verlangen ein offenes und partnerschaftliches Verhältnis.

CIOS SIND MIT IHREN Outsourcing-Abschlüssen gewachsen und treten selbstbewusst gegenüber Dienstleistern auf. Sie kennen inzwischen ihre Kosten und vergeben Teile der IT selektiv nach außen, statt wie früher die komplette IT. So wie sie intern ihre IT transparent gemacht haben, verlangen sie von Dienstleistern offenere Beziehungen – und wollen dafür immer weniger zahlen. Umgekehrt lehnen Anbieter schon mal einen Deal ab, wenn die Marge nicht stimmt. Deutschland gilt nach Großbritannien als der am härtesten umkämpfte Markt in Europa.

Stephan Kaiser, Analyst, Pierre Audoin Consultants „CIOs nutzen die Angebotsphase verstärkt dazu aus, ein internes Benchmarking durchzuführen.“
Stephan Kaiser, Analyst, Pierre Audoin Consultants „CIOs nutzen die Angebotsphase verstärkt dazu aus, ein internes Benchmarking durchzuführen.“

In diesem Jahr setzen Outsourcing-Dienstleister laut den Analysten von Ovum rund 11,5 Milliarden um. Bis zum Jahr 2008 prognostiziert Ovum ein durchschnittliches Wachstum von acht Prozent. Die Experton-Group geht für diesen Zeitraum von einem Anstieg von 9,8 Prozent aus. Optimistisch prognostizieren die Experten von Pierre Audoin Consulting (PAC) sogar eine Steigerung von elf Prozent. IBM nimmt von den Experten dagegen ein deutlich geringeres Wachstum von nur fünf bis sechs Prozent wahr. „Es fehlte in diesem Jahr das wichtige Grundrauschen an mittelgroßen Abschlüssen“, sagt Gerald Münzl, Marketingleiter Strategisches OutsourcingOutsourcing bei IBM Global Services. „Das Wachstum resultierte vorwiegend aus Bestandskunden, das Neugeschäft blieb weitgehend aus.“ Alles zu Outsourcing auf CIO.de

CIOs zweckentfremden Dienstleister

Weder Münzl noch Stephan Kaiser, Analyst bei Pierre Audoin Consultants (PAC), kennen schlüssige Gründe für die allgemeine Zurückhaltung. „Vielleicht verschieben Unternehmen nach den großen Abschlüssen 2004 weitere Auslagerungen auf 2006“, spekuliert Kaiser. Einige Anwender zweckentfremden dagegen Outsourcer zur eigenen Verbesserung. „CIOs nutzen die Angebotsphase der Dienstleister verstärkt dazu aus, ein internes Benchmarking durchzuführen“, schildert er den Trend. „Am Ende gehen die Dienstleiser oft leer aus, weil die Unternehmen ihre Anwendungen und Infrastruktur selbst weiter betreiben.“

Katharina Grimme, Analystin, Ovum „Pilotabschlüsse in einzelnen Branchen garantieren keinen Schneeballeffekt.“
Katharina Grimme, Analystin, Ovum „Pilotabschlüsse in einzelnen Branchen garantieren keinen Schneeballeffekt.“

Trotzdem wittern Outsourcer noch große Geschäfte, wie die stärker auftretenden internationalen Spieler wie Atos Origin, Capgemini und Logica-CMG zeigen. Hinzu kommt die Vielzahl von lokalen Anbietern. „In Deutschland besteht noch ein hohes Outsourcing- Potenzial“, sagt Katharina Grimme, Analystin beim Marktforscher Ovum. Nur bleibt es schwierig, die richtigen Wege zu neuen Aufträgen zu finden.

In neuen Branchen Fuß zu fassen klappte bislang noch nicht im erwarteten Ausmaß. So brachte das Outsourcing der Deutschen Bank an IBMIBM nicht den völligen Durchbruch für die Bankenbranche. Auch verpuffte in der Versicherungsbranche die erhoffte Initialzündung durch den Gerling-Konzern, der seine IT-Tochter im Frühjahr 2005 an SBS verkaufte. „Pilotabschlüsse in einzelnen Branchen garantieren keinen Schneeballeffekt“, bestätigt Grimme. Als Branchen mit dem größten Outsourcing-Potenzial sieht sie HandelHandel und TransportTransport sowie Telekommunikation und Fertigungsindustrie. Alles zu IBM auf CIO.de Top-Firmen der Branche Handel Top-Firmen der Branche Transport