Schnelligkeit versus Diskussionen über SLAs

Umstrittener Trend: Speed Sourcing

Christiane Pütter ist Journalistin aus München.
  • Im Gegenzug legen die potenziellen Provider keine umfangreichen Pläne mehr vor, sondern Antworten wie: "Wir können Ihren IT-Betrieb über einen Zeitraum von zwei Jahren so konsolidieren, dass Sie etwa 30 bis 40 Prozent sparen."

Auf dieser Basis wird die Entscheidung getroffen. Details wie Service Level Agreements (SLAs) oder Zeit- und Ablaufpläne könne man ja besprechen, wenn die Tinte trocken ist, so die Befürworter von Speed Sourcing.

Sie bejubeln den neuen Trend. CIOs könnten mit dieser Taktik schneller reagieren, sagen sie. Es falle eine Menge Bürokratie weg. Der international tätige Outsourcing-Berater EquaTerra mit Sitz im texanischen Houston behauptet, einer seiner Kunden habe nach dem Speed Sourcing-Modell einen Vertrag binnen vier Monaten unterschrieben. Sonst brauche der Kunde neun Monate, mehr als doppelt so lang.

Speed Sourcing eignet sich nicht bei umfassenderen Change-Projekten

EquaTerra illustriert die Vorzüge von Speed Sourcing anhand eines kunstvollen Vergleiches: Beim traditionellen OutsourcingOutsourcing muss der Entscheider wie ein Bildhauer aus einem Stück Granit ein Pferd gestalten. Beim Speed Sourcing reicht es, wenn das Werk einem Tier ähnelt. Die Details können später ausgearbeitet werden. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Dennoch: Nicht jeder setzt auf dieses Pferd. Edward Hansen aus der Kanzlei Morgan, Lewis & Bockius’s Business and Finance Practice hält Speed Sourcing ausschließlich dann für sinnvoll, wenn der Entscheider unter starkem Zeitdruck steht. Hat aber jemand wenig Erfahrung mit Outsourcing oder steckt in einem Change-Projekt, rät Hansen zu traditionellem Auslagern. Mit dem Aufwand an Recherche und Information, Verhandeln und Diskussion, der dazu gehört.

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