Internet-Sicherheit

Unbekannte Schwachstellen auf Firmen-Websites

27. Februar 2013
Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
Viele Unternehmens-Websites sind bieten Hackern große Einfallstore. Angriffe richten sich auch gegen kleinere Unternehmen, wie eine Symantec-Studie belegt.

Selbst große Firmen wie Burger King und die New York Times sind nicht vor Hackerangriffen gefeit. Und man kann davon ausgehen, dass beide Unternehmen viel Geld für ihre Sicherheit in die Hand nehmen. Doch wie sieht es in Europa aus? Wie sicher sind die Websites? Das hat sich der IT-Sicherheitsspezialist Symantec auch gefragt und führte mit 200 IT-Fachleute in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Schweden eine Umfrage durch. Das Ergebnis: Wenig ermutigend.

Sicherheit? Brauche ich nicht

Ein Viertel der Befragten wusste nicht, wie sicher ihre Website ist.
Ein Viertel der Befragten wusste nicht, wie sicher ihre Website ist.
Foto: Symantec

Die Spezialisten von Symantec fürchten, dass hierzulande große Sicherheitslücken klaffen. Ein Viertel der Befragten ITler gab an, nicht zu wissen, ob ihre Website sicher sei. Und immerhin noch zwei Prozent gaben freimütig zu, dass ihr Internetauftritt "nicht sicher" sei. Viele Umfrage-Teilnehmer glaubten, dass ihre Seite keine Mängel aufweise und Hackern keine Angriffsfläche biete. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Symantec fand heraus, "dass über 25 Prozent der Websites kritische Schwachstellen aufweisen".

Das sollte auch kleinere Unternehmen aufschrecken. Denn nicht nur Riesen werden angegriffen. Knapp jeder fünfte Angriff (17,8 Prozent) richtete sich gegen die Seiten von Firmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, wie die Umfrage ergab. Besonders brisant: Bei Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern kam heraus, dass fast jeder dritte (30 Prozent) Befragte keine Ahnung hatte, ob und wie sicher ihre Website war. So viel Ahnungslosigkeit könnte man beinahe als fahrlässig bezeichnen.

Gefährdete Kleinunternehmer

Der IT-Spezialist geht davon aus, "dass Schwachstellen auch tatsächlich zu Angriffen führen". Das erklärt auch, warum überproportional häufig kleinere Firmen angegriffen werden: Die Hacker können damit rechnen, dass sie unentdeckt bleiben, davon ist auch Symantec überzeugt. Und die Sicherheitsspezialisten sind sich sicher, dass die Mehrzahl der Hackerangriffe nicht erkannt wird. Unternehmen können schon längst ausspioniert werden, ohne es zu wissen. Wie wenig sogar IT-Fachleute über die Sicherheit der eigenen Seiten Bescheid wissen, hat Symantec noch an anderen Daten zeigen können.