Retail IT


Edeka-Pilotprojekt

Unbezahlte Mehrarbeit vs. Überstundenkonto

20. Dezember 2012
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.

Arbeitszeiten und der Umgang mit Überstunden sind ein großes Thema, auch auf der Arbeitgeberseite. Nach einem Bericht der Lebensmittelzeitung plant man bei Lunar, der IT-Tochter von Edeka, zu Anfang kommenden Jahres ein neues Arbeitszeitmodell. Dafür sollen Langzeitkonten eingerichtet werden, auf denen Überstunden auch über Jahre hinweg gesammelt werden können.

Neues Arbeitszeitmodell bei Edekas IT-Tochter

In Absprache mit dem Arbeitgeber, so die Lebensmittelzeitung, soll es möglich werden, diese Überstunden für Urlaub, Sabbatical oder vorzeitige Rente zu nutzen. Darüber hinaus sollen Mitarbeiter zukünftig die Möglichkeit erhalten, einen Tag pro Woche im Home-Office zu arbeiten. Eine Edeka-Sprecherin sagte auf Anfrage von CIO.de, dass man sich vor 2013 nicht weiter äußern könne, da man sich noch in den Vorbereitungen zum neuen Arbeitszeitmodell befinde.

Zurück zur Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle: Die Studienverfasser kreiden beim Thema unbezahlte Überstunden an, dass diese Messungen verzerren, zum Beispiel zur Arbeitsproduktivität. Denn in Statistiken zum gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumen - etwa beim Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung - tauchen sie nicht auf.

Die Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle ist unter dem Titel "Unbezahlte Überstunden in Deutschland" in Wirtschaft im Wandel erschienen. Verfasser sind Hans-Ulrich Brautzsch, Katja Drechsel und Birgit Schultz. Die Studie basiert auf Befragungsdaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).