Software-Entwicklung in Europa

Unternehmen verschwenden Entwicklungsressourcen

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Eine Umfrage zum Status quo in der Software-Entwicklung weist auf deutliche Unterschiede zwischen europäischen Regionen hin. Übereinstimmung herrscht indes darin, dass Individualentwicklung wichtig bleibt.

Welche Ziele verfolgen IT-Organisationen in der Software-Entwicklung? Die Marktforscher der IDG Business Media GmbH haben im Auftrag des niederländischen PaaS-Providers Apprenda 270 IT-Manager in Großbritannien, Benelux, Skandinavien und der DACH-Region (Deutschland/Österreich/Schweiz) befragt. Die Ergebnisse weisen auf regionale Unterschiede hin.

Das beginnt schon bei der grundsätzlichen Einschätzung von IT. Die Briten sehen darin einen Hebel für Umsatzwachstum, dagegen hoffen die Benelux-Länder, teilweise auch Skandinavien und die Länder der DACH-Region vor allem auf Effizienz in den betrieblichen Prozessen. Mehr Kundenzufriedenheit versprechen sich vor allem die skandinavischen Länder vom IT-Einsatz, doch auch die anderen Umfrageteilnehmer haben den Kunden fest im Blick.

Individualsoftware bleibt relevant

Wie stark gelten selbstentwickelte Anwendungen als Mittel, um diese jeweiligen Ziele zu erreichen? In allen Regionen spielt Individualsoftware eine wichtige oder sehr wichtige Rolle - in UK noch ein bisschen mehr als in den anderen Regionen. Offenbar sind die meisten Unternehmen weit davon entfernt, ihre IT-Anforderungen vollständig mit Standardsoftware abzudecken - egal ob on premise oder im SaaS-Modell.

Geht es darum, die strategischen IT-Initiativen zu priorisieren, fallen die Vorlieben regional unterschiedlich aus. Skandinavier und Briten sind vor allem interessiert, die Produktivität ihrer Entwickler zu verbessern - ein Wunsch, der die IT-Manager aus der DACH-Region und den Benelux-Ländern nicht so stark umtreibt. Dort geht es eher darum, die Deployment-Architekturen und -Prozesse zu optimieren - übrigens auch für die Skandinavier ein wichtiges Thema - und in der App-Entwicklung schneller auf Marktbedürfnisse reagieren zu können.

Unterschiedliche Meinungen zu Cloud Computing

Überraschend groß sind die Unterschiede zwischen den europäischen Regionen, wenn es um die Einschätzung der Cloud geht. Während die Briten zu fast 70 Prozent sagen, Cloud Computing sei sehr wichtig, wenn nicht sogar kritisch für ihre IT-Strategie, sind die anderen Regionen zurückhaltender. Knapp die Hälfte der IT-Manager aus Skandinavien und Benelux teilen die Meinung der Briten, aber nur 36 Prozent der Deutschen. Insgesamt sind dennoch 47 Prozent der Befragten der klaren Meinung, die Cloud sei kritisch oder sehr wichtig, um strategische Unternehmensziele zu erreichen.