Strategien


Sourcing-Studie

Unternehmen wollen mehr outsourcen

18. Juni 2015
Die aktuelle Ausgabe der Computerwoche-Sourcing-Studie belegt: IT-Manager sehen die Outsourcing-Möglichkeiten in ihren Unternehmen weiter zunehmen.

Von wegen Stillstand: Beim vermeintlichen Uralt-Thema OutsourcingOutsourcing sagen die Anwender bereits zum vierten Mal in Folge, dass sie noch mehr auslagern könnten. Auf die Frage "Ist das Potenzial für Outsourcing in Ihrem Unternehmen erschöpft?" antworteten 2008 im Rahmen der Computerwoche-Sourcing-Studie noch 44 Prozent der Befragten: Ja, ist erschöpft. 2010 und 2012 waren es nur noch 40 Prozent. Und 2014 rutschte der Wert auf den historischen Tiefststand von 36 Prozent. Im Umkehrschluss heißt das: Ja, das Potenzial wird immer größer. Outsourcing wird immer wahrscheinlicher, die Möglichkeiten wachsen. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Der Erschöpfungsgrad von Outsourcing: Immer weniger Anwender sagen, dass das Potenzial von Outsourcing in ihren Unternehmen bereits ausgereizt sei. (Angaben in Prozent)
Der Erschöpfungsgrad von Outsourcing: Immer weniger Anwender sagen, dass das Potenzial von Outsourcing in ihren Unternehmen bereits ausgereizt sei. (Angaben in Prozent)

Allerdings bleiben die Verantwortlichen vorsichtig, ge­rade wenn es um die Region geht, aus der die Auftragnehmer kommen sollten. Westeuropa (inklusive Deutsch­land) bleibt die Lieblingsregion (68 Prozent). Nearshoring nach Osteuropa nennen die Befragten immer öfter als Option (32 Prozent). Offshoring nach Indien gewinnt zwar über die Jahre an Akzep­tanz, kommt aber von einem relativ niedrigen Niveau und liegt jetzt erst bei 21 Prozent.

"Das Wachstum geht uns natürlich etwas zu langsam", sagt Ulrich MeisterUlrich Meister, Senior Vice President für Continental Europe and Africa von Wipro, dem Sponsor der Studie 2014: "Anderseits ist es ja schon gut, dass wir nicht mehr bei 14 Prozent stehen wie in der Erhebung von 2012." China und Nordamerika liegen mit jeweils elf Prozent weiter am Ende der Beliebtheitsskala. Profil von Ulrich Meister im CIO-Netzwerk

Offshoring nach Indien gewinnt zwar über die Jahre an Akzep­tanz, kommt aber von einem relativ niedrigen Niveau und liegt jetzt erst bei 21 Prozent. Ulrich Meister, Senior Vice President bei Wipro, meint dazu: "Es ist ja schon gut, dass wir mit dem Offshoring nach Indien nicht mehr bei 14 Prozent stehen wie in der Erhebung von 2012."
Offshoring nach Indien gewinnt zwar über die Jahre an Akzep­tanz, kommt aber von einem relativ niedrigen Niveau und liegt jetzt erst bei 21 Prozent. Ulrich Meister, Senior Vice President bei Wipro, meint dazu: "Es ist ja schon gut, dass wir mit dem Offshoring nach Indien nicht mehr bei 14 Prozent stehen wie in der Erhebung von 2012."
Foto: Wipro

Die Skepsis gegenüber Outsourcing-Partnern aus weiter entfernt liegenden Herkunftsländern wird klarer, wenn man nach den Gefahren des Outsourcings fragt. Als häufigstes Problem nennen die Studienteilnehmer Kommunikation (74 Prozent) - und die ist natürlich schwieriger, wenn weder Auftraggeber noch Auftragnehmer sattelfest in Englisch sind. Das ist der Hauptgrund, warum Indien ähnlich wie China oder Amerika in der Akzeptanz noch hinten liegt.

Hinzu kommen Sorgen um die IT-Sicherheit, die 70 Prozent der Befragten als ­Gefahr nennen. Die Befragten sehen geringere Risiken in Deutschland und Europa. Mangelnde Qualität finden hingegen nur 61 Prozent bedenklich, ganz unabhängig von Regionen. Das heißt: In den IT-Abteilungen der Anwenderunternehmen ist man einigermaßen fair mit den Anbietern. Wer sich total gegen Wettbewerber von außen sperrt, würde sonst öfter deren Qualität in Frage stellen.

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Kommentare zum Artikel

microfin

Die Ergebnisse der Studie sind im Wesentlichen so, wie das Branchenkenner einschätzen. Allerdings lohnt sich ein Blick ins Detail: Zum Beispiel geben 24 Prozent der Befragten an, wegen unzureichender Verträge in Nachverhandlungen zu gehen – also jedes vierte Unternehmen! Das bedeutet im Umkehrschluss (und wird durch weitere Ergebnisse gestützt): Viele Outsourcingvorhaben sind noch immer mangelhaft vorbereitet und schlecht konzipiert. Hier liegt mit das größte Potenzial zur Optimierung. Dabei muss, gerade bei kleineren Projekten und Unternehmen, nicht immer ein Berater ins Spiel kommen: Inzwischen sind auch geprüfte Mustervorlagen und Checklisten für Outsourcings verfügbar.
Stefan Wendt, microfin Unternehmensberatung

microfin

Die Ergebnisse der Studie sind im Wesentlichen so, wie das Branchenkenner einschätzen. Allerdings lohnt sich ein Blick ins Detail: Zum Beispiel geben 24 Prozent der Befragten an, wegen unzureichender Verträge in Nachverhandlungen zu gehen – also jedes vierte Unternehmen! Das bedeutet im Umkehrschluss (und wird durch weitere Ergebnisse gestützt): Viele Outsourcingvorhaben sind noch immer mangelhaft vorbereitet und schlecht konzipiert. Hier liegt mit das größte Potenzial zur Optimierung. Dabei muss, gerade bei kleineren Projekten und Unternehmen, nicht immer ein Berater ins Spiel kommen: Inzwischen sind auch geprüfte Mustervorlagen und Checklisten für Outsourcings verfügbar.
Stefan Wendt, microfin Unternehmensberatung

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