Pilotprojekte in der Kritik

US-Navy versenkt eine Milliarde Dollar mit ERP-Projekten

21. November 2005
Von Thomas Zeller
Wegen vier gescheiterten ERP-Projekten ist die US-Navy deutlich unter Druck geraten. Nach Angaben der staatlichen Kontrollorganisation Government Accountability Office (GAO) soll das Militär bei den Pilotprojekten mit SAP-Software seit 1998 mehr als eine Milliarde US-Dollar versenkt haben.

In einem GAO-Bericht an den Kongress heißt es, die installierten Lösungen seien vom Funktionsumfang überflüssig und mit bestehenden Systemen inkompatibel. Zudem erfüllen die Pilotprojekte wegen des geringen Leistungsumfanges nicht die Anforderungen der Navy. "Die Bemühungen können also als gescheitert angesehen werden, die investierten eine Milliarde Dollar wurden somit größtenteils verschwendet“, heißt es als Schlussfolgerung in dem Bericht.

Die Navy konsolidiert gerade in einem weiteren 800 Millionen Dollar-Projekt die Erfahrungen aus den Pilotprojekten. Das Ziel ist ein ERP-System zu entwickeln, das 2011 live gehen soll. Der Erfolg des Projektes stehe jedoch in den Sternen, solange sich das Militär den bestehenden Best Practices in diesem Bereich verweigere, heißt es in dem GAO-Report.

Diesen Aussagen widerspricht jedoch die Navy. Sowohl das Verteidigungsministerium als auch das Militär seien mit den Ergebnissen der ProjekteProjekte zufrieden. Man habe dadurch das Wissen gewinnen können, dass benötigt werde um eine Unternehmenslösung im militärischen Umfeld einsetzen zu können, sagte ein Sprecher der US-Streikräfte. Alles zu Projekte auf CIO.de

An den Projekten waren zahlreiche Systemintegratoren wie IBMIBM, EDS und Deloitte & Touche beteiligt. Mit den ERP-Piloten wollte die Navy ihre Beschaffung, die Buchhaltung, Lieferketten-Management und andere Prozesse modernisieren. Ein System wurde jedoch nach verschiedenen Tests wieder abgeschaltet. Die anderen seien noch in einem begrenzten Einsatz. Sie sollen 2011 von einer übergreifenden ERP-Lösung ersetzt werden. Alles zu IBM auf CIO.de

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