Telekommunikationsmarkt

US-Telekomriese liebäugelt mit Vodafone

04. November 2013
Die Gerüchte gibt es schon länger: Der US-Telekomkonzern AT&T will groß in Europa zukaufen. Bevorzugtes Ziel könnte Vodafone sein.

Käme dieses Geschäft zustande, würde es den Telekommunikationsmarkt umkrempeln: Nach einem Bericht der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg erwägt der US-Branchenriese AT&T eine Übernahme des britischen Wettbewerbers Vodafone. Die Verantwortlichen bei AT&T würden momentan eine Strategie dafür ausarbeiten, schrieb Bloomberg am späten Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Personen. Die Unternehmen äußerten sich nicht.

Vodafone-Aktien legten am Freitag zu: Sie setzten sich mit einem Plus von mehr als 2 Prozent an die Spitze im europaweiten Stoxx-50-Index. Vodafone würde "kulturell" gut zu AT&T passen, schrieb Analyst Emmet Kelly von der US-Investmentbank Merrill Lynch. Zudem sollte Vodafone ab dem kommenden Jahr positive Umsatztrends verzeichnen.

Die Gerüchte, dass AT&T sich gerne nach Europa ausbreiten würde, gibt es schon schlänger Hedgefonds-Manager Sven Kleinhans: "AT&T sucht nach einem globalen Wurf. Da geraten auch Unternehmen wie Vodafone in das Visier der Amerikaner, die nicht kleckern, sondern klotzen." Der US-Konzern könnte zwar vor einer kompletten Übernahme zurückschrecken, könnte aber zumindest eine stattliche Beteiligung planen.

Ein Angebot - wenn überhaupt - dürfte aber erst im kommenden Jahr zustande kommen. Gerade verkauft Vodafone seinen Anteil am größten US-Mobilfunker Verizon Wireless, dem schärfsten Rivalen von AT&T. Das dürfte eine Übernahme aus US-Sicht kartellrechtlich unbedenklich machen. Unklar ist, wie Europas Behörden reagieren würden: Die Telefon- und Internetspionagevorwürfe gegen die US-Regierung haben das politische Klima vergiftet. (dpa/rs)

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