Chefs auf Jobsuche

"Verkaufen Sie sich wie einen Akkusauger"

10.12.2013
Von Carina Kontio

Auch Svenja Hofert weist darauf hin, dass die Gleichung "viele Kontakte = keine Probleme" bei der Jobsuche oft nicht stimmt. "Eine Menge Menschen haben zwar viele Kontakte, wissen diese aber nicht richtig zu nutzen."

Wie aber geht man bei einer guten CEO-Bewerbung vor? Wie müssen die Unterlagen inhaltlich aussehen? Und wie verkauft man sich am besten beim persönlichen Kontakt? "Bringen Sie sich ins Gespräch" lautet zunächst die Devise von Jürgen und Nane Nebel. Sie empfehlen - schnurstracks vorbei an der Personalabteilung - die direkte und initiative Ansprache von Aufsichtsräten, Geschäftsführern und Vorständen. "Nur die Unternehmensverantwortlichen können wissen, welche Führungspositionen in absehbarer Zeit zu besetzen sind."

Doch auf dem Weg zum Chefsessel lauern einige Hürden. Um bei den Entscheidern Aufmerksamkeit zu erreichen, rät das Autorenpaar Managern mit ihren Erfolgen und bisher erzielten Leistungen zu glänzen statt mit Standard-Phrasen und Floskeln ("führungsstark und analytisch-strategisch", "Marketingstrategien entwickelt und umgesetzt") aufzuwarten. Ein Ansatz, den auch der international angesehene Management-Experte Fredmund Malik vertritt. Er warnt: "99 Prozent der Bewerber geben zwar Positionen in ihren Lebensläufen an, aber keine Resultate", so der international angesehene Management-Experte, "Ergebnisse sind entscheidend, nicht Visitenkarten."

Was Sie wann preisgeben sollten

Dabei ist es für eine wirksame weil glaubhafte Erfolgsdarstellung im Lebenslauf unerlässlich, dass die angepriesene Leistung ("20 Prozent Umsatzsteigerung") auch dem Geschäftserfolg dient. Denn woher soll der Entscheider wissen, ob der Branchendurchschnitt nicht bei 35 Prozent lag? Jeder Umsatz mehr könnte außerdem die Verluste vergrößert haben.

Wer noch ein Sahnehäubchen oben drauf setzen will, beantwortet dem Empfänger dann noch die Frage, wie der Erfolg erreicht wurde. Und zwar ohne mit selbstetikettierenden Manager-Eigenschaften wie strategisch, analytisch oder belastbar zu protzen. "Das ist eher peinlich und nicht einmal im Ansatz glaubwürdig", schreiben die Nebels. "Im Grunde ist es nämlich zweitrangig, auf Basis welcher Kompetenz Sie einen Erfolg erzielt haben. Wichtig ist zunächst, dass sie ihn erzielt haben." Stattdessen gilt es, sich die Darstellung seiner charakterlichen Eigenschaften oder Kompetenzen - wenn überhaupt - für das persönliche Gespräch aufzusparen.

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