Nur ein Fünftel mit Excel und anderer Software zufrieden

Verschenktes Potenzial der Balanced Scorecard

04. September 2008
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Zur Bewertung der Effizienz eines Unternehmens setzen sich zunehmend Balanced Scorecards durch. Dennoch verschlafen IT-Anbieter die Chance, Lösungen dafür zu entwickeln. So lautet das Ergebnis einer neuen Studie.
Strategy Map und Balanced Scorecard nach Horváth & Partners.
Strategy Map und Balanced Scorecard nach Horváth & Partners.

Rund jedes fünfte Unternehmen arbeitet laut dem Berater Horváth & Partners mit Balanced Scorecards (BSC). Hintergrund ist der Versuch, die Leistungsfähigkeit der Firma umfassend zu bewerten. Umfassend heißt: Es geht nicht nur um die Finanzperspektive, sondern auch um schwer greifbare Faktoren wie Kundenzufriedenheit oder Mitarbeitermotivation. Die Gründer dieses Konzeptes, Robert Kaplan und David Norton, wollen BSC als Instrument eines integrierten Management-Systems verstanden wissen.

Die Analysten von Horváth & Partners haben in der "Balanced Scorecard Studie 2008" den Status Quo von Balanced Scorecards im deutschsprachigen Raum erhoben. Das Fazit klingt lau: BSC ist vielversprechend, könnte in der Umsetzung aber mehr leisten. Was nicht zuletzt an der IT liegt.

Zunächst ein paar Daten: Vor der Jahrtausendwende hatten erst sieben Prozent der Unternehmen mit BSC gearbeitet, derzeit sind es 19 Prozent. Diese Entwicklung verlief jedoch nicht geradlinig. Nach 2002 (dreizehn Prozent) fiel der Durchdringungsgrad auf acht Prozent zurück, um seitdem stetig zu steigen.

Die Autoren verstehen BSC als Mittel der "systematischen Operationalisierung, Darstellung und Steuerung" von Zielen wie weltweiten Produkt-Rollouts, Kanalspezifischer Produktgestaltung oder Modernisierung der Marktforschung. Sie raten, BSC mit grafischen Abbildungen ("Strategy Map") zu kombinieren, um die wesentlichen Beziehungen zwischen den einzelnen strategischen Zielen sichtbar zu machen.

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