Forrester und Saugatuck zur Cloud-Ökonomie

Versteckte Kosten in der Wolke

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Der Teufel steckt auch beim Cloud Computing im Detail. Um finanziell zu profitieren, müssen Anwender aufmerksam bei den versteckten Kosten sein. Analysten verraten, worauf es dabei ankommt – und was die Cloud-Ökonomie mit Milchschaum zu tun hat.
Wer die Kosten in der Wolke im Griff behalten will, muss bei den versteckten Kosten aufmerksam sein.
Wer die Kosten in der Wolke im Griff behalten will, muss bei den versteckten Kosten aufmerksam sein.
Foto: weintel - Fotolia.com

Eine verführerische Milchschaumkrone, ein Koffeinkick für zwischendurch, ein unwiderstehliches Aroma: Klar, ein Latte Macchiato oder ein Cappuccino muss schon gelegentlich sein – auch wenn das Heißgetränk bei der global-urbanen Röstereikette um die 3 Euro kostet. Oder ist der gelegentliche Genuss am Ende ein tägliches Muss, um unfallfrei durch einen Arbeitstag zu kommen? Dann würde der läppisch erscheinende Spaß jährlich und ganz grob auf 230 Arbeitstage gerechnet fast 700 Euro kosten. Zu viel, zu wenig oder gerade angemessen für den Kaffee zwischendurch?

Ein ähnliches Exempel rechnet Forrester-Analyst James Staten vor, um auf die versteckten Kosten in der Public Cloud aufmerksam zu machen. Denn die Ökonomie des Cloud Computings weist nach Einschätzung des Analysten einige Parallelen zu jener des Kaffeegenusses auf. Dass die Anwender hilfreiche Gedanken zum Kostenkalkül in der Wolke gut gebrauchen können, liegt nahe. Denn in der Theorie – und eigentlich auch in der Praxis – ist Cloud ComputingCloud Computing schnell, einfach und vor allem auch günstig. Dennoch misslingt es immer noch vielen Firmen, die erhofften Spareffekte auszuschöpfen. Der Grund dafür ist denkbar trivial: Häufig kosten IT-Services aus der Wolke zwar deutlich weniger als die Nutzung klassischer hauseigener IT-Ressourcen; aber manchmal ist es eben auch umgekehrt. Darum sollten Anwender die ökonomischen Gesetze in der Cloud beachten, auf die neben Forrester auch die Analysten von Saugatuck Technologies hinweisen. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Cloud-Ökonomie ist speziell

Staten will mit dem Latte Macchiato-Beispiel zeigen, dass „günstig" oder „teuer" häufig genug eine Frage des Blickwinkels ist. Beim Cloud Computing seien die Preismodell aber nicht nur eine Sache der Optik, sondern des sinnvollen Kaufverhaltens. „Der Schlüssel zur Cloud-Ökonomie liegt darin, den Cloud-Service nicht genauso zu behandeln wie die traditionelle IT", erläutert der Forrester-Analyst. Um Vorteile aus Cloud-Angeboten ziehen zu können, dürfe man als Anwender nicht einfach nur statisch konsumieren. „Nutzen Sie nur das, was sie benötigen – und zwar dann, wenn sie es benötigen", rät Staten. Das bedeutet auch, immer aufmerksam und handlungsbereit zu sein und den Verbrauch wirklich einzustellen, wenn das möglich ist.

Der Analyst nennt insgesamt sechs versteckte Kostentreiber, bei denen Vorsicht geboten ist – jeweils drei für die Bereiche Software-as-a-Service (SaaSSaaS) und Cloud Platforms. Im SaaS-Segment ist Customization das erste Problemfeld. Je stärker man SaaS-Lösungen so einsetzt, wie sie von der Stange kommen, umso günstiger sind sie – im Umkehrschluss wirkt sich jede Anpassung negativ aus. „Anpassungen können schnell zu Entwicklungs- und Wartungskosten führen, die man nicht antizipiert hat", warnt Staten. „Das ist der Fehler, der Firmen am häufigsten unterläuft." Zumeist sei es kostengünstiger, den Mitarbeitern die Nutzung der Cloud-Lösung so wie sie ist beizubringen, als an der Anwendung herumzuschrauben. „Nicht immer ist das möglich", so Staten. „Aber als Faustregel sollte man das im Hinterkopf haben." Alles zu SaaS auf CIO.de

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