Wissenstransfer per Video

Videokonferenzlösung an der TU München im Praxis-Einsatz

15. April 2015
Von Detlef Flach
Am Institut für Robotik und Embedded Systems der TU München arbeiten Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Standorten zusammen. Um Forschungsgelder zu sparen, setzt man auf interaktive Videokommunikation.

Das Institut für Robotik und Embedded Systems der Technischen Universität München gehört zu den führenden Einrichtungen in diesem Bereich. Zu den Forschungs-Highlights des Lehrstuhls zählt das von der Europäischen Union getragene Programm "Smart-E" (FP7 Marie-Curie Projekt, Nr. 608022). Hinter dem Kürzel verbirgt sich die Abkürzung Sustainable Manufacturing through Advanced Robotics Training in Europe. Es geht also darum, wie neue Ansätze in der Robotik künftig die Fertigung verändern.

Das Institut für Robotik und Embedded Systems der Technischen Universität München gehört zu den führenden Einrichtungen in diesem Bereich.
Das Institut für Robotik und Embedded Systems der Technischen Universität München gehört zu den führenden Einrichtungen in diesem Bereich.
Foto: TU München

Die TU München arbeitet dabei im Verbund mit 13 Doktoranden aus Deutschland, Italien, der Schweiz und England. Im Rahmen eines zweiwöchigen Workshops tauschen sie sich Anfang 2015 untereinander aus. Aber auch hochrangige Wissenschaftler aus anderen Teilen der Welt sind an der Debatte rund um die Themen Embodied Intelligence, Soft Robotics und Compliant Systems and Actuators beteiligt. Um Forschungsgelder zu sparen, haben sich die Teilnehmer geeinigt, ganz auf interaktive Videokommunikation zu setzen. Dies ist wesentlich preiswerter, als sich regelmäßig an einem Ort zu treffen.

In der Cloud vernetzt

Die Wahl fiel dabei auf die cloud-basierte Videokonferenzlösung von Lifesize. "Wir haben ein System gesucht und gefunden, dass sehr einfach zu bedienen ist und von verschiedenen Plattformen unterstützt wird", berichtet Martin Eder, der das Projekt am Institut betreut. Die TU München entschied sich auch deshalb für diese Lösung, da eine Gruppe an der Universität bereits sehr gute Erfahrungen mit diesem Hersteller gemacht hatte.

Wir haben ein System gesucht und gefunden, dass sehr einfach zu bedienen ist und von verschiedenen Plattformen unterstützt wird", berichtet Martin Eder, der das Projekt am Institut betreut.
Wir haben ein System gesucht und gefunden, dass sehr einfach zu bedienen ist und von verschiedenen Plattformen unterstützt wird", berichtet Martin Eder, der das Projekt am Institut betreut.
Foto: LifeSize / TU München

Lifesize Cloud funktioniert mit einer Vielzahl unterschiedlicher Systeme und Hardware-Konfigurationen und kann als gratis Applikation auf das Smartphone, Tablet oder das Notebook geladen werden. Teilnehmer können aber auch mittels WebRTC (Web-Real-Time-Communications) über den Webbrowser, wie GoogleGoogle Chrome, an einer Konferenz teilnehmen, ohne dass ein Softwaredownload nötig ist. "Ich habe noch niemanden erlebt, der das System nicht innerhalb weniger Minuten zum Laufen gebracht hat", erklärt Eder. Neben der Übertragung von Bild und Ton erlaubt die Lösung auch das Screensharing und somit die Übertragung von Präsentationen. Alles zu Google auf CIO.de

WebRTC stellt für die Universität einen wichtigen technischen Zusatz zu gewählten Lösung dar. Ein Konsortium aus verschiedenen Herstellern wie Google, Mozilla und Opera hat den Real-Time-Communications-Standard vor einigen Jahren ins Leben gerufen. Dieser ermöglicht die plattformübergreifende Echtzeitkommunikation mit verschiedenen Endgeräten per Browser.

Konferenzen mit zahlreichen Teilnehmern möglich

Das gewählte Cloud-Angebot setzt auf zahlreiche ServerServer in der ganzen Welt, auch Konferenzen mit sehr vielen Teilnehmern lassen sich realisieren. "Wenn 20 Leute gleichzeitig in einer Konferenz sind, ist eher die Sprechdisziplin die Herausforderung. Aber dieses Problem würde sich auch ergeben, wenn alle an einem Tisch sitzen. Zum Glück ist das bei uns kein Problem, wir kommen schließlich nicht zum Streiten virtuell zusammen", sagt Eder. Alles zu Server auf CIO.de

Einen besonderen Vorteil der Lösung sieht Eder darin, dass diese via WebRTC auch mit Linux problemlos funktioniert. "Wir sind an der Schnittstelle zwischen Maschinenbau und Informatik. Deshalb arbeiten bei uns viele Mitarbeiter mit einem alternativen Betriebssystem wie diesem."

Neben den Teilnehmern des Workshops werden auch einzelne Wissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern Fachvorträge per Videokonferenz halten. "Hier kommen die Vorteile gegenüber einem Treffen vor Ort in vielerlei Hinsicht zur Geltung", so Eder weiter. "Es wäre extrem teuer und in vielen Fällen vielleicht sogar überhaupt nicht möglich, diese Fachleute für einen einzigen Vortrag nach Deutschland zu holen." Auch mit Blick auf etwaige Zeitverschiebungen ist diese Art der Präsentation ideal. "Dozenten aus Asien müssen nicht bis tief in die Nacht an ihrem Arbeitsplatz bleiben, sondern können bequem von daheim aus ihr Wissen weitergeben, da die Videokonferenz mit Endgeräten wie etwa handelsüblichen Laptops oder TabletsTablets problemlos realisiert werden kann". Alles zu Tablets auf CIO.de

Fazit

Das Feedback der Nutzer ist bislang ausgesprochen positiv. Während lange Zeit nur zum Telefonhörer gegriffen wurde, sind Videokonferenzen heute am Institut gang und gäbe. "Durch Videokonferenzen können sich die einzelnen Teams sehr effizient miteinander vernetzen und ihre Ergebnisse optimal präsentieren", so Eder. "Ich bin sicher, dass sich das System auch außerhalb unserer Institutsgrenzen auf breiter Front durchsetzen wird." (mje)

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Themen: Google, Server und Tablets

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