Here

Viel Interesse aus China an Nokias Kartendienst

19. Mai 2015
Es ist eine seltene Gelegenheit, einen voll ausgebauten Kartendienst zu kaufen - entsprechend groß scheint das Interesse an Nokias Service Here zu sein. Dabei sollen neben deutschen Autobauern auch mehrere Bieter aus China im Rennen sein.

Der Bieterwettstreit um Nokias Kartendienst Here nimmt laut einem Medienbericht dank Interessenten aus China und Finanzinvestoren Fahrt auf. Dabei hätten sich bereits mehrere Allianzen formiert, schrieb die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Montag. So habe sich der Fahrdienstvermittler Uber mit der chinesischen Suchmaschine Baidu und dem Finanzinvestor Apax Partners zusammengetan. Auch die deutschen Autobauer AudiAudi, BMWBMW und DaimlerDaimler seien nach wie vor interessiert, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Top-500-Firmenprofil für Audi Top-500-Firmenprofil für BMW Top-500-Firmenprofil für Daimler

Nokia Here Kamerafahrzeug
Nokia Here Kamerafahrzeug
Foto: Nokia

Eine weitere Gruppe werde von zwei chinesischen Unternehmen beherrscht - dem Internetkonzern Tencent und dem Kartenanbieter NavInfo. Mit dabei in dieser Allianz sei auch der Finanzinvestor EQT Partners.

Außerdem habe MicrosoftMicrosoft angeboten, einen Minderheitsanteil zu erwerben und im Rennen seien auch die Finanzinvestoren Hellman & Friedman, Silver Lake Management und Thoma Bravo. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Nokia will sich auf das Kerngeschäft als Ausrüster von Telekomnetzen mit der Übernahme des Rivalen Alcatel-Lucent konzentrieren und seinen Kartendienst abstoßen. Es ist eine seltene Gelegenheit, einen gut ausgebauten Anbieter digitaler Karten zu kaufen.

Nokia-Chef Rajeev Suri beim Capital Markets Day 2014
Nokia-Chef Rajeev Suri beim Capital Markets Day 2014
Foto: Nokia

Nokia zielte mit Here auch speziell auf das Geschäft mit der Autobranche und wollte ein führender Anbieter hochpräziser Karten für selbstfahrende Fahrzeuge werden. Uber hat eigene Ambitionen für autonome Fahrzeuge und dürfte auch deswegen an dem Nokia-Dienst interessiert sein.

Nach bisherigen Berichten strebt Nokia für den Kartendienst einen Preis von mindestens drei Milliarden Euro an. Here wird hauptsächlich am Nokia-Standort Berlin entwickelt und geführt, der aus der Übernahme des Routing-Spezialisten Gate 5 im Jahr 2006 entstand. Digitale Karten sind ein komplexes Produkt, das mit hohem Aufwand auf aktuellem Stand gehalten werden muss. Die großen Probleme von AppleApple beim Start des eigenen Kartendienstes im Herbst 2012 trotz hoher Investitionen sind ein Beleg dafür. Früheren Informationen zufolge soll Nokia auch das Interesse von Apple an dem Kartendienst ausgelotet haben. Auch über ein Interesse von FacebookFacebook wurde berichtet. (dpa/tc) Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu Facebook auf CIO.de