Dax-30-Konzerne regeln Internet-Nutzung recht generös

Viele Firmen dulden privates Surfen am Arbeitsplatz

17. August 2007
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Drastische Beispiele für Missbrauch gibt es: So mancher Mitarbeiter surfte am Arbeitsplatz auf dubiose Porno-Seiten oder lud fragwürdige Inhalte auf seinen Firmen-Rechner. Einigen flatterte deshalb die Kündigung ins Haus, schließlich gefährdet so ein Verhalten die IT-Sicherheit. Dennoch handhaben Unternehmen das private Surfen insgesamt recht liberal, wie eine Umfrage jetzt herausfand.
Nicht alle Mitarbeiter brüten so vorbildlich über Tabellen wie dieser Herr.
Nicht alle Mitarbeiter brüten so vorbildlich über Tabellen wie dieser Herr.

Das Magazin Focus trägt zunächst verschiedenes Studien-Material zusammen. So etwa den Befund des Stellen-Portals Monster.de, dass 36 Prozent der europäischen Arbeitnehmer im Job privat surfen. Und das sei niedrig geschätzt.

Panik löst das zumindest bei den meisten Dax-30-Unternehmen nicht aus, wie der Focus herausfand. Ein generelles Verbot sprechen nur sieben Konzerne aus. Zumeist Firmen aus sicherheitsrelevanten Branchen, merkt das Magazin an - BankenBanken beispielsweise. Die Postbank etwa sperrt alle "dienstlich nicht erforderlichen Seiten". Top-Firmen der Branche Banken

13 der Großen erlauben die private Nutzung hingegen ausdrücklich. In 20 Firmen existiert eine Betriebsvereinbarung, 14 nutzen Mittel wie technische Sperren, Filter und Kontrollen. So macht die BASF monatliche Stichproben im Datenverkehrs ihrer Mitarbeiter.

Zwar lautet die juristische Devise "Was nicht erlaubt ist, ist verboten", wie Bundesarbeitsrichter Christoph Schmitz-Scholemann dem Focus verriet. Dennoch sprechen einige Argumente für einen eher großzügigen Umgang mit dem Problem.

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