VR-Devices vor Durchbruch?

Virtual Reality: Die wiederkehrende Ära

14. Januar 2016
Den Begriff Virtual Reality - oder auch virtuelle Realität - gibt es schon seit Jahrzehnten. Nun soll die Technik wieder einmal reif sein, um die VR-Vision zu verwirklichen.

Auf der Technik-Messe CES in Las Vegas haben viele Besucher im wahrsten Sinne des Wortes ein Brett vorm Kopf. Sie blicken vertieft und hoch konzentriert in klobige Plastik-Gehäuse, die den Ottonormalverbraucher am ehesten an mutierte Skibrillen erinnern. Willkommen in der Ära der virtuellen Realität - wieder einmal. Denn die Technologie, die das völlige Abtauchen in virtuelle Welten verspricht, stand bereits mehrmals vor dem Durchbruch. Dieses Mal könnte es allerdings tatsächlich zum von der Industrie erhofften Virtual-Reality-Boom kommen.

Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift soll in einigen Monaten für rund 600 Dollar in den Handel kommen. Der Startschuss für den lange ersehnten VR-Boom?
Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift soll in einigen Monaten für rund 600 Dollar in den Handel kommen. Der Startschuss für den lange ersehnten VR-Boom?
Foto: Barone Firenze - shutterstock.com

Virtual Reality auf der CES: Die Oculus-Rift-Enttäuschung

Zur CES haben auch die Autohersteller die Möglichkeiten der 3D-Brillen für sich entdeckt: Interessenten kann das Fahrerlebnis in einer völlig neuen Qualität demonstriert werden. Neben dem koreanischen Konzern Kia setzt man auch beim kalifornischen Elektroauto-Newcomer Faraday Future Virtual Reality ein. So kann man völlig entspannt im Sitzen auf virtuelle Spritztour im Supersportwagen-Concept FFZEero1 gehen. Mehr als 1000 PS und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter drei Sekunden: Die VR-Demo kommt an. Einige greifen unwillkürlich zum Lenkrad, andere sitzen wie erstarrt - so manches Lächeln scheint fast zementiert.

Der inzwischen zu Facebook gehörende Pionier Oculus - in den vergangenen Jahren Taktgeber beim Thema Virtual Reality - wollte dieses Interesse gleichermaßen nutzen und wählte die CES als Bühne für den Marktstart seiner VR-Brille Rift, die seit Jahren mit Spannung erwartet wird. Doch der Coup ging nach hinten los: Als am Mittwoch der Preis von 599 Dollar (beziehungsweise 699 Euro) genannt wurde, ging ein Aufschrei durch die Tech-Gemeinde. Schließlich hatte Oculus-Gründer Palmer Luckey erst im September 2015 verkündet, der Preis werde "ungefähr bei 350 Dollar" liegen.

Er habe damals aber eher sagen wollen, dass der Preis näher an der Marke von 350 Dollar liegen werde als an der fälschlicherweise kolportierten von 1500 Dollar, rechtfertigte sich Luckey jetzt. Dafür, was die Technik biete, sei die das VR-Device Rift immer noch "unanständig billig" - Oculus werde bei diesem Preis kein Geld verdienen. Ein neuer, leistungsstarker PC, den die meisten Nutzer für den Betreb der Oculus Rift brauchen werden, würde ohnehin viel mehr kosten.

VR-Devices: Mit Games in den Mainstream

Luckey rechnet damit, dass anfangs vor allem Games die treibende Kraft hinter der virtuellen Realität sein werden. Kosten dürften die VR-Spiele in der Regel nicht mehr als herkömmliche PC-Games, erklärte er in einem Chat auf der Plattform Reddit. Mit der Zeit werde es aber auch andere Inhalte geben.

Facebook, das Oculus 2014 für zwei Milliarden Dollar kaufte, richtete beispielsweise ein eigenes Studio ein, das mit VR-Kurzfilmen experimentiert. Es sei eine ganz neue Erzählform, bei der man den Zuschauer mitten ins Geschehen mitnehmen könne, betont Kreativdirektor Saschka Unseld, der vom Animationsstudio Pixar kam. Weil das Erlebnis so intensiv sei, dürften fürs erste Kurzfilme ausreichen, heißt es.

Virtuelle Realität: Verwirklichung einer Vision

Palmer Luckey bastelte schon als Teenager hausgemachte VR-Brillen. Dabei stützte er sich auf eine Kollektion aus Dutzenden alter Headsets. Denn der Begriff Virtual Reality ist spätestens seit den 1980er Jahren in Mode. Immer wieder wurde seitdem versucht, das Konzept in die Realität umzusetzen. Doch die VR-Vision war ihrer Zeit voraus, die Geräte waren in jeder Hinsicht nicht leistungsstark genug und zugleich viel zu teuer und viel zu klobig. Auch bei der Oculus Rift werden Nutzer Kompromisse eingehen müssen - und doch könnte das Device der Technologie zum endgültigen Durchbruch verhelfen. (dpa/fm)

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