Disaster Recovery (DR)

Virtualisierung zwingt zur Überprüfung der DR-Pläne

29. August 2008
Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Nach dem aktuellen IT Disaster Recovery Survey des auf IT-Sicherheit spezialisierten Anbieters Symantec stellen Unternehmen ihre Disaster Recovery Pläne vermehrt auf den Prüfstand. Grund dafür ist die zunehmende Virtualisierung der IT- Architekturen.

Immer mehr Applikationen und Daten werden auf virtuelle Architekturen portiert. Die Anwender sind gefordert, Strategien zu entwickeln, die sowohl virtuelle als auch physikalische Umgebungen umfassen. Ein knappes Drittel der von Symantec befragten Unternehmen gab an, dass sie ihre DR-Pläne im letzten Jahr zumindest teilweise überarbeitet hätten, um sie an die geänderten Bedingungen anzupassen.

Trotz aktualisierter Notfallpläne zeigten sich beim Testen der Funktionsfähigkeit allerdings noch Lücken: Etwa ein Drittel der Befragten befürchtete, dass ein gründlicher Test des DR-Plans ihre Kunden in Mitleidenschaft ziehen würde, 20 Prozent fürchteten sogar, dass ihre Verkaufs- und Umsatzzahlen davon betroffen wären. Aber gerade mit der schnellen Zunahme unternehmenskritischer Applikationen und dem rasanten Anstieg des gespeicherten Datenvolumens fällt einer umfassenden und auf ihre Tauglichkeit geprüfte Notfallstrategie entscheidende Bedeutung zu. „Nur mit einem getesteten DR-Plan, der auf die Business-Strategie des Unternehmens abgestimmt ist, kann man sicherstellen, dass im Falle eines unvorhergesehenen Ereignisses – ob Naturkatastrophe, menschliches Fehlverhalten oder Systemfehler – die Daten und Applikationen mit den geringst möglichen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit wiederhergestellt werden können“, formulieren die Autoren der Studie.

Und ein weiteres Ergebnis der jährlich durchgeführten Befragung gibt den Sicherheitsexperten zu denken: Immer weniger hochrangige IT-Verantwortliche sind in die DR-Pläne eingebunden. Waren beim letztjährigen Survey (2007) noch 55 Prozent der CIOs, CTOs oder IT-Leiter in die Notfallpläne involviert, sind es dieses Jahr nur noch 33 Prozent. Besonders vor dem Hintergrund der Zunahme an Applikationen, die als geschäftskritisch eingestuft werden – diese Zahl ist im letzten Jahr von 36 Prozent auf 56 Prozent angestiegen – scheint der Rückzug der IT-Leitungsebene den Verfassern bedenklich. Zum einen erfordere die zunehmende Virtualisierung einen ganzheitlichen Blick auf die Enterprise-IT, zum anderen hätten sich DR-Strategien als umso erfolgreicher erwiesen, je mehr das IT-Topmanagement daran beteiligt sei.

Der Disaster Revocery Survey wurde in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge durchgeführt. Im Auftrag von Symantec hat das unabhängige Marktforschungsunternehmen Applied Research West dafür in den Monaten Juni und Juli dieses Jahres weltweit mehr als 1000 IT-Verantwortliche von großen Unternehmen und Organisationen befragt.

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