Collaboration Tools

Virtuelle Teamarbeit klappt nicht

24. November 2015
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Virtuelle Zusammenarbeit scheitert an den technologischen, organisatorischen und kulturellen Rahmenbedingungen. Das ergab eine Studie von PAC.
An der Zusammenarbeit virtueller Teams hapert es in deutschen Unternehmen noch.
An der Zusammenarbeit virtueller Teams hapert es in deutschen Unternehmen noch.
Foto: Andrey Popov - shutterstock.com

Wie steht es um die "Zusammenarbeit virtueller Teams in deutschen Unternehmen" - das untersuchte der Marktforscher PAC in seiner gleichnamigen Trendstudie. Daran haben sich mehr als 150 Führungskräfte aus Unternehmen verschiedener Größen und Branchen beteiligt.

Collaboration Tools sind wichtig, aber ...

An der Relevanz solcher CollaborationCollaboration besteht kaum Zweifel. Denn 64 Prozent der Unternehmen betreiben mehrere Niederlassungen im Inland, 36 Prozent auch Standorte im Ausland. 28 Prozent sind Teil eines internationalen Konzerns. Außerdem kooperieren 45 Prozent in irgendeiner Form mit Freiberuflern. Alles zu Collaboration auf CIO.de

Doch in der Praxis funktioniert die virtuelle Zusammenarbeit noch nicht so wie gewünscht. Fast jeder Zweite (48 Prozent) hält die technische Ausstattung seines Unternehmens für "sehr schlecht" bis "mittelmäßig". Über die Kultur der Zusammenarbeit und des Austausches sagen das 46 Prozent. Die organisatorischen Rahmenbedingungen halten 45 Prozent für "eher schlecht" bis mittelmäßig.

Das stellt aber den Glauben an effektive Zusammenarbeit kaum infrage. Gelänge diese, böte sich "sehr großes" bis "großes" Verbesserungspotenzial bei Prozessen und Abläufen und der Umsetzung von Innovationsvorhaben, erklären 68 beziehungsweise 57 Prozent der Studienteilnehmer.

Telefonie und Groupware liegen vorn

Die meistverwendeten Tools sind Telefonie und Groupware mit 96 Prozent beziehungsweise 86 Prozent der Nennungen. 55 bis 58 Prozent der Befragten setzen außerdem Audiokonferenzen, Filesharing- und CRM-Anwendungen ein.

Die Zufriedenheit der Befragten mit diesen Anwendungen bezeichnet PAC als "durchwachsen". Immerhin 14 Prozent beurteilen die Performance ihrer Telefonie als eher schlecht bis mittelmäßig. Das ist der geringste Prozentsatz an Unzufriedenen.

Wirrwarr durch Tools aus der Cloud

Andreas Stiehler, Principal Analyst - Digital Enterprise, führt aus: "Dabei haben viele Unternehmen während der letzten Jahre bereits intensiv in neue Tools und Services zur Unterstützung der Zusammenarbeit investiert sowie die Bereitschaft gezeigt, mit dem Einsatz von Cloud Services neue Wege zu gehen. Allerdings wurde so auch ein Anwendungsdschungel geschaffen, der die Mitarbeiter überfordert und die Kosten in die Höhe treibt." Konsequenz dessen sei "der Ruf nach integrierten Gesamtlösungen sowie entsprechenden Diensten".

Wenn es um's Geld geht, zeigen sich die befragten Unternehmen uneinheitlich. 55 Prozent verfolgen bei ihren Investitionsentscheidungen in virtual Collaboration einen strategischen Ansatz. Bei 28 Prozent ist dies Bestandteil der IT-Strategie und bei 17 Prozent des jeweiligen Fachbereiches.

Wer über die Collaboration-Investitionen entscheidet

Die IT ist also nicht Ansprechpartner Nummer eins. PAC wollte wissen, welche Akteure an Investitionsentscheidungen zur Verbesserung der Zusammenarbeit beteiligt sind. Das Top-Management wird von 90 bis hundert Prozent genannt, die IT von 61 bis 78 Prozent. Hier gilt: der Einfluss der IT wächst mit der Firmengröße. Den jeweiligen Fachbereich nennen zwischen 48 und 54 Prozent der Befragten, hier zeigt sich also ein deutliches Mitspracherecht.