Green-IT, modularer Aufbau und Breitband-Anbindung

Visionen für das Rechenzentrum der Zukunft

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Modular, skalierbar und berechenbar: Mit diesen drei Schlagworten beschreibt IDC, wie das zukünftige Design von Rechenzentrum aussehen dürfte. Nun sind Prognosen immer etwas heikel. Doch es scheint ausgemacht, dass sich die Data-Center-Welt bewegt. Das laufende Jahr erscheint IDC als Wendepunkt für Rechenzentren. Und auch Anwender wähnen sich auf dem Weg in veränderte Zeiten.
"Ein Rechenzentrum wird nicht mehr nur ausschließlich nach den wirtschaftlichen Faktoren bewertet", sagt Roman Hoffmann, "Green-CIO" und Geschäftsführer von Wilken Rechenzentrum.
"Ein Rechenzentrum wird nicht mehr nur ausschließlich nach den wirtschaftlichen Faktoren bewertet", sagt Roman Hoffmann, "Green-CIO" und Geschäftsführer von Wilken Rechenzentrum.

Roman Hoffmann, Geschäftsführer der Wilken Rechenzentrum GmbH, beispielsweise treiben als unter anderem von Experton frisch gekürten Green CIO grüne Visionen um. "Warum sollte ein Rechenzentrum nicht auf der grünen Wiese entstehen?", fragt Hoffmann rhetorisch. "Die Anbindung an das Internet kann künftig per Satellit und Breitband vonstatten gehen. Die Versorgung der Privathaushalte mit Breitband-DSL heute zeigt, wohin der Trend geht."

Man ist versucht, sogar von einem Mega-Trend zu sprechen. Wie zahlreiche Studien zeigen, verändern neue Kommunikations-Möglichkeiten und der Hang von Firmen und Mitarbeitern zu mobiler Arbeit die IT-Welt insgesamt. Die britischen Marktforscher von Wireless Intelligence etwa sagen voraus, dass es schon in zwei Jahren mehr schnelle mobile Breitband-Verbindungen geben wird als solche, die auf dem bisherigen GSM-Standard basieren. Auch wenn die Akzeptanz dafür derzeit im Asien-Pazifik-Raum noch ausgeprägter ist als in der westlichen Hemisphäre, dürfte die Entwicklung auch hier bald volle Fahrt aufnehmen. Vom Manager bis zum Klempner wird dies die Arbeitswelt verändern. Also sollten insbesondere Rechenzentren davon nicht unberührt bleiben.

Ordnet man die Prognosen über die Zukunft in die langfristigen Entwicklungen der Vergangenheit ein, lässt sich vor allem eins feststellen: Der rasante Zuwachs an Möglichkeiten im umfassenden Sinne wird sich fortschreiben. Immer mehr geht, und das immer schneller. 1985 galt der Intel Micro-Processor mit acht Mega-Hertz als das Maß aller Dinge. 20 Jahre später war man längst an eine 400fache Geschwindigkeit gewöhnt. Als Speicherplatz auf einem PC hielt man 1985 20 Megabyte für völlig normal. Ebenfalls 20 Jahre später galt das 25.000fache als Standard. Ein Ende der Entwicklung ist nicht zu erwarten. So kommt es für Firmen darauf an, dieses Potenzial zu gestalten.

Diese Herausforderung kann schon manchmal überfordern. IDC spricht von einem "Komplexitätskreislauf", in dem die Anwender stecken. Man vergegenwärtige sich, dass die schiere Größe der installierten Infrastruktur in den Rechenzentren derzeit eine Rekord-Dimension erreicht hat. Die immense Zahl an Servern, Speicher-Systemen, Netzwerk-Geräten sowie an Strom- und Kühlungs-Equipment ist zu einer dauerhaften und zunehmenden Last für die meisten Organisationen geworden. Neue Technologien - wie etwa Breitband - versprechen laut IDC Lösungen für ein besseres Management der gigantischen Gebilde. Deren Wachstum zu mäßigen ist gleichwohl keine simple Aufgabe.