Stephanie Czerny im Interview

"Vitamin B funktioniert nur, wenn es mit Kompetenz einhergeht"

04. November 2015
Von Carina Kontio
Was macht gutes Netzwerken aus? Welche Nummer würden Sie niemals löschen und woran sind Sie zuletzt gescheitert? Burda-Managerin Stephanie Czerny gibt uns im Interview spannende Einblicke in ihr extrem vernetztes Leben.
DLD-Geschäftsführerin Steffi Czerny
DLD-Geschäftsführerin Steffi Czerny
Foto: Hubert Burda Media

Sie war mit Marissa Mayer schon wandern und mit den Google-Gründern Sergej Brin und Larry Page beim Skifahren: Stephanie Czerny, Gründerin der Konferenz Digital Life Design (DLD). Zu ihren Herzensangelegenheiten gehört die DLDwoman Konferenz, die Branche kennt die Burda-Managerin in- und auswendig. Wir haben mit der 4-fachen Mutter über das Thema Netzwerken gesprochen, denn vermutlich gibt es wenige Frauen, von denen man in dieser Hinsicht mehr lernen kann.

Frau Czerny, beim Netzwerken ist es wichtig, dass man kurz beschreiben kann, was man macht. Stellen Sie sich bitte in drei Sätzen vor?

Stephanie Czerny: Ich beschäftige mich damit, wie die Digitalität unsere Gesellschaft verändert. Dabei interessieren mich vor allem die Menschen, die diesen Change vorantreiben. Ich bin aber im Grunde meines Herzens dabei eine neugierige analoge Hausfrau geblieben. Bei aller Digitalität steht daher auch der direkte Austausch und das persönliche Vernetzen bei unseren Konferenzen im Fokus - das ist auch für mich das perfekte Zusammenspiel von digital und analog.

Frauen in Führungspositionen haben Sie mal geraten, es immer wieder zu wagen, neue Fehler zu machen. Woran sind Sie zuletzt gescheitert?

Stephanie Czerny: Scheitern ist so hip zur Zeit. Ich finde scheitern schon wieder langweilig. Always make new mistakes heißt doch im Grunde, dass man sich nicht verkrampft und unsicher und mit Tunnelblick seinen Aufgaben stellen soll. Wichtig ist auch, zu den Irrungen und Wirrungen seiner eigenen Person zu stehen. Authentizität ist das was zählt!

In einem Interview haben Sie mal gesagt: "Männer liebe ich sehr, aber Frauen habe ich lieber. Mit ihnen komme ich schneller ins Gespräch." Was macht die Kommunikation mit Männern denn so schwer oder schwieriger oder eben anders, wenn nicht schwierig?

Stephanie Czerny: Dieses Zitat stammt von meiner Mutter und ich mag es sehr. In diesem Zusammenhang gibt es aber viele Klischees und Vorurteile. Wichtig ist, dass wir Ungerechtigkeiten ändern und das wir alte Klischee- und Rollenbilder aufgeben. Man könnte viel drüber reden und da ist auch schon viel gesagt worden. Wichtig ist, dass man auch da in dieser Frage authentisch ist und mit dem Mut zur Veränderung sich selbst treu bleibt.